Mit regionalen Kräutern, handgemachten Naturprodukten und einem eigenen Catering-Konzept zeigt Magdalena Temmel, wie moderne Genusskultur auch ohne Massenware funktionieren kann. Die junge Unternehmerin verbindet mit Kräutertraum mit Leib und Seel und Kräutertraums Catering Naturverbundenheit, Kreativität und Regionalität zu einer Marke, die bewusst auf Saison, Qualität und echte Handarbeit setzt.
Wirtschaftsmacher.com:Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WirtschaftsmacherTV. Wir sprechen heute mit Magdalena Temmel, der Gründerin von „Kräutertraum mit Leib und Seel“ und „Kräutertraum Catering – Genuss aus der Region“. Sie verwandelt das, was Mutter Natur vor unserer Haustür wachsen lässt, in feinste Sirupe, Liköre, Fruchtaufstriche, Gewürze, Tees und liebevoll arrangierte Geschenksets. Alles ist von Hand gesammelt, natürlich verarbeitet und ganz ohne Zusatzstoffe. Mit ihrem neuen Catering-Konzept bringt sie diese Naturprodukte direkt auf Hochzeiten, Feste und Veranstaltungen als Kräutercocktails, Erfrischungsgetränken und kleinen Kostbarkeiten zum Mitnehmen. Frau Temmel, schön, dass Sie heute bei uns im Studio sind.
Magdalena Temmel: Dankeschön.
Wirtschaftsmacher.com:Nehmen Sie uns doch einmal mit auf den Anfang Ihrer Reise. Wie kam es von der Kräuterschnecke im Garten zu der Idee, was Sie jetzt in die Tat umgesetzt haben?
Magdalena Temmel: Also angefangen hat alles eigentlich mit einer ganz einfachen, simplen Idee. Natürlich damals vor vier Jahren wars nicht so einfach in den Corona-Zeiten, man hat sich oft die Freizeit selbst gestalten müssen. Und dann sind hald auch mein Partner auf die Idee gekommen: Wie wäre es eigentlich, wenn wir einfach einmal rausgehen und selber ausprobieren, etwas anzubauen? Dann sind wir auf die Idee gekommen, wir könnten eine Kräuterschnecke anlegen, wir könnten selber zu züchten und weiter fortzupflanzen dir Kräuter. So ist dann eigentlich aus dem ersten Kraut der erste Sirup entstanden.
Wirtschaftsmacher.com:Woher kommt bei Ihnen persönlich eigentlich diese Liebe zur Natur und den Naturprodukten?
Magdalena Temmel: Ich glaube, das habe ich schon als Kind mitbekommen, weil mein Papa Förster ist und sehr viel im Wald unterwegs war. Ich war auch viel mit ihm unterwegs. Ich war auch bei den typischen Tätigkeiten wie Schwammerlsuchen dabei. Das war schon als Kind immer etwas Besonderes für mich und ich war immer sehr glücklich, wenn es geheißen hat, so, wir fahren in den Wald. Ich bin ziemlich nahe am Wald aufgewachsen. So habe ich einfach diese Naturverbindung gehabt. Wenn mir langweilig war, bin ich automatisch spazieren gegangen, habe mir die Kräuter beim Wachsen angeschaut. Das war immer ein täglicher Begleiter.
Wirtschaftsmacher.com:Sie legen bei Ihren Produkten sehr viel Wert auf Saisonalität und Regionalität und ziehen das konsequent durch. Wie wirkt sich das wirklich auf Ihre Produkte aus und welche Produkte gibt es eben auch in manchen Saisonzeiten gar nicht?
Magdalena Temmel: Stark merkt man das zum Beispiel bei den Schwarzbeeren. Das ist so ein Rohprodukt, bei dem ich sage: Das gibt es einfach nicht jedes Jahr. Letztes Jahr zum Beispiel war das nicht möglich. Es hat keine gegeben. Die Wetterbedingungen spielen eine große Rolle. Es gibt viele unterschiedliche Faktoren, die man mit einbeziehen muss. Unter anderem natürlich die Gegebenheiten vom Wetter. Das ist bei Schwarzbeeren und Preiselbeeren ganz schwierig. Und deswegen hat es zum Beispiel letztes Jahr gar keine Schwarzbeeren gegeben bei mir. Das ist dann die Auswirkung. Bei anderen Kräutern oder Erdbeeren wird es eher kaum möglich sein, dass es gar nichts gibt. Aber man sieht natürlich, dass sich jedes Jahr alles ein bisschen ans Wetter und die Gegebenheiten anpasst. Und nach dem richt ich mich. Und wenn etwas nicht vorhanden ist, dann braucht es der Mensch gerade nicht. Dann ist es nicht notwendig.
Wirtschaftsmacher.com:Viele Kunden wünschen sich Naturprodukte, die sie – wie Sie selbst sagen – gedankenlos genießen können. Wie stellen Sie in der Herstellung sicher, dass Ihre Produkte diesem Anspruch wirklich gerecht werden?
Magdalena Temmel: Indem ich nichts an Zusatzen zufügt. Es bleibt genau so, wie das Rohprodukt eigentlich auch schmeckt. Das heißt, wenn ich zum Beispiel, man kann es gut vergleichen, wenn ich jetzt Erdbeeren im Supermarkt mir anschaue oder Erdbeeren vom Erdbeerfeld, haben die allein schon eine ganz andere Farbe und Form. Die vom Supermarkt man immer an Teil weiß, grünlich, rot sein und vom Feld kennt man das gar nicht. Ich sammle die Beeren zum Beispiel am Nachmittag, wo du aufpassen musst, dass du sie nicht zergatschst, weil sie so überreif sind. Das kriegst du im Geschäft zum Beispiel gar nicht. Und ich glaube einfach, dass das vielen nicht bewusst ist, dass das is Gesündeste eigentlich ist. Und wie Sie sagen, dass es für die Menschen besser, wenn es auf die Natur zurückgreift, als wie weiterverarbeitete Lebensmittel, weil gesünder wird es nicht.
Wirtschaftsmacher.com:Wie kann man dann in diesem Prozess auch wirklich eine Haltbarkeit sicherstellen?
Magdalena Temmel: Haltbarkeit durch ein Erhitzen vor allem. Natürlich spielt, welches Produkt überhaupt herstellt eine große Rolle. Ein Likör zum Beispiel ist natürlich durch den Alkohol viel haltbarer als wie ein Sirup. Natürlich beim Sirup muss man auf die Zuckerkonzentration schauen, beim Sirupwasser, dass der natürlich dann lang haltbar ist. Und natürliches Erhitzen kann man sagen. Und das ist eigentlich das, was die Oma Freirag gemacht hat. Und das hat über Jahre gehalten.
Wirtschaftsmacher.com:Und nicht nur bei ihren Produkten, sondern auch bei diversen Geschenkkörben zeigt sich ja auch die Individualität. Nämlich Geschenkboxenkörbe, besonders für Firmen, Hotels und auch private Feste bieten Sie an. Wie läuft das ab für einen Kunden, also wirklich vom ersten Kontakt, bis hin zur Lieferung dieses Geschenkkorbs?
Magdalena Temmel: Ich bin da eigentlich recht unkompliziert. Ich brauche am Anfang gewisse Infos. Ist es für Frauen gedacht? Ist es ein besondere Anlass? Ist es für Hochzeit? Was ist gewünscht für Produkt? Ich bin auch total okay damit, wenn ich sage, ich muss alles von A bis Z machen. Aber ich brauche gerade nur ein paar Informationen. Dann wird das Produkt schon hergestellt, wird schon bearbeitet alles. Und zum Schluss kriegt der Kunde noch ein Foto. Wie schaut das fertige Produkt aus? Gibt es irgenwelche Änderungswünsche? Oder ist es noch etwas eingefallen, was wichtig wäre? Und dann wird es finalisiert und geliefert oder bei mir abgeholt.
Wirtschaftsmacher.com:Sie starten jetzt im Jahr 2026 mit ihrem Kräutertraums Catering. Wie unterscheidet sich Ihr Service zu klassischem Getränkcatering-Anbietern?
Magdalena Temmel: Ein großer Faktor ist bei mir, dass man eigentlich kaum klassische Limo-Sorten findet. Eigentlich gar nicht. Und dass es bei mir wirklich nur ums selbst Gemachte geht. Das heißt natürlich auch, dass wenn Erdbeersaison ist, dann gibt es einen Erdbeersirup, gibt es Erdbeerlikör, etc. Es ist vieles möglich. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann ist es auch nicht möglich. Das heißt, es gibt dann kein Saft mehr im Winter zum Beispiel. Oder was auch ganz beliebtes Thema ist, ist der Berlauch. Da hat man nur über das Jahr, zwei, drei Monate die Möglichkeit, dass man wirklich sammelt. Und wenn der Aus ist, ist das aus. Und so ist es eben bei mir beim Catering auch. Es wird darauf geachtet, dass die Qualität sehr hoch ist vor die Rohstoffe. Und damit muss ich dann natürlich auch rechnen, dass es nicht immer verfügbar ist. Und unterscheiden tut sich so, ich habe eigene Cocktails, was ich kreiere mit meinen Sirupen oder auch mit meinen Likören und auch Mocktails natürlich. Und eigene Likörkreationen und vieles mehr. Das, was man so standardgemäß nicht im Supermarkt findet, sondern wirklich einmal so ein Wow-Effekt hat bei einer Veranstaltung. Es ist einmal was anderes, es ist nicht immer das Gleiche. Und man hat einfach einmal einen anderen Einblick.
Wirtschaftsmacher.com:Sie sagen ja, viele Menschen unterschätzen, wie gut unsere eigenen Kräuter und unser Obst schmecken kann. Gibt es da vielleicht auch ein Beispiel aus der Praxis, wo dieser besondere Wow-Effekt vielleicht auch von dem einen oder anderen Kunden hör- und spürbar wurde?
Magdalena Temmel: Ja, das ist auch einer der Gründe, warum ich das Catering gegründet habe, weil ich den Wow-Effekt von den Kunden gerne habe und auch gerne sehe. Und das Wort, was mich sehr glücklich gemacht hat, waren teilweise kleine Kinder, die war es die Eberraute, kennt heutzutage so jetzt keiner mehr fast, außer die ältere Generation, und dann sagt man jetzt Cola-Kraut zum Beispiel. Die Kinder kennen es nicht und sind fasziniert, wie kann ein Coca-Cola-Geschmack, der ähnlich ist, so durchsichtig sein und eine komplett andere Farbe haben. Das ist für die Kinder total faszinierend, es schmeckt ziemlich ähnlich, es ist aber gesünder und trotzdem hat es eine andere Farbe. Und ich habe das in meinem Alterskreis auch sehr stark gemerkt, dass viele gar nicht das, das gar nicht gewussten haben, was bei uns wächst und wie das schmeckt dann wirklich. Und dann total fasziniert waren, dass das teilweise besser schmeckt, als wir würden es jetzt an Syrup im Supermarkt kaufen.
Wirtschaftsmacher.com:Sie werden mir auch sehr stark mit dem Begriff hausgemacht, wobei dieses Wort ja in ihrer Branche gerne oft auch missbräuchlich verwendet wird. Was würden Sie sagen, wie erkennt der Laie wirklich einen seriösen Naturproduktanbieter?
Magdalena Temmel: Ja, vor Grund auf Haus gemacht, heißt für mich nicht nur, dass ich zu Hause die Produkte produziere und dann verkauf, sondern auch, dass ich wirklich selber mein Gedanken gemacht habe, wo kriege ich meine Rohstoffe her, wie sammel ich das, wie kommt es von A nach B? Und man merkt es bei uns zum Beispiel sehr stark, also, wenn man die Frage schon mal stellt, woher kommen die Rohstoffe, fangen viele zum Strudeln an, weil sie gar nicht wissen, wo sie es wirklich herkriegen und beziehen können. Viele glauben, wenn ich es im Geschäft kaufe, das ist gut, das ist gesund, schmeckt und tut es noch nix, wenn man es vergleicht. Und das ist halt leider oft vom Geschmacken her schon, dass man sagt, wenn man die Produkte mit einem hundertprozentigen Naturstoff schmeckt, dass das halt zu einem Supermarkt Obst zum Beispiel überhaupt gar nicht so bekommt. Und vom Geschmacklichen ist es einfach wässrig teilweise und einfach nicht aromatisch mehr.
Wirtschaftsmacher.com:Sie sind ja Anfang 20, sehr jung und führen aber trotzdem bereits zwei Marken mit Produktmanufaktur und Catering. Wahrscheinlich ist man aber auch trotz des Alters vor allem immer wieder auch mit vielleicht mir Vorwürfen konfrontiert. Wie gehen Sie damit um?
Magdalena Temmel: Natürlich gibt es das wegen meinem Alter die Vorteile, dass ich zu jung sei dafür oder auch natürlich, dass es zu früh war, weil ich war eigentlich 3 Tage 18 und hab es angemeldet. Ich muss sagen, ich nehme es teilweise mit Humor. Ich bin für das auch ein bisschen zu ehrgeizig, dass ich sage, ich kann das, weil sie sagen, ich kann mich runter schlucken und es ist egal. Aber ich versuche immer so eine gute Mitte zu haben und das mit Humor zu nehmen, weil es ist klar, sicher ich bin jung, aber wenn ich es jetzt nicht probiert hätte oder gemacht hätte damals mit 18, dann wäre ich nie jetzt da, wo ich jetzt bin. Und das ist mir das Wichtigste und ich habe gemerkt, dass wo ich tu, das passt und so wäre mein Weg weitergehen.
Wirtschaftsmacher.com:Was würden Sie anderen Menschen, die in ihrem Alter sind, raten, die vielleicht auch einen ähnlichen Traum oder ein ähnliches Ziel verfolgen in der Selbstständigkeit?
Magdalena Temmel: Einfach probieren und machen.Es ist heutzutage so viel, dass man sagt, man probiert es einmal, weil man kann es ja nie wissen, ob es was waren wäre oder ob es einen überhaupt gefällt, wenn man es gar nicht probiert hat. Und ich finde es wichtig, weil es wird sehr negativ geredet und ich finde es wichtig, dass das alles ein bisschen positiver hervorgehoben wird. Weil in unserem Alter merkt man einfach, dass viele Jugendliche sie gar nicht mehr trauen, selbstständig zu werden, weil die Wirtschaftslage ist ziemlich unsicher. Dann weiß man nicht, hab ich überhaupt ein Kundenstamm dafür, interessiert das jemanden und da muss man einfach ein bisschen die Angst herausnehmen und das find ich zum Beispiel an so Schulen wie HLWs oder HAK-Schulen, ganz super, weil das einfach ein bisschen die Angst vor der Wirtschaft genommen wird. Das gehört einfach dazu.
Wirtschaftsmacher.com:Wenn Sie so die nächsten fünf Jahre denken, wo sehen Sie da Ihren Kräuteraum, das Catering-Geschäft, wie wird sich das entwickeln?
Magdalena Temmel: Ja, also ich mache es eigentlich einfach, weil es für mich einen gewissen Spaßfaktor hat, aber auch genau so, weil ich es einfach für mich selber brauch und es ist für mich ein super Ausgleich neben meinem Hauptjob. Ich kann in die Natur gehen, ich kann auch genauso meiner Kreativität freien Lauf lassen, indem ich meine Etiketten gestalte oder wo ich sage, ich brauche unbedingt ein neues Produkt, weil es mir gerade in den Kopf kommt und jetzt will ich es ausprobieren. Also einfach die Kreativität, dass die weiterlebt und dass davon die Firma profitiert.
Wirtschaftsmacher.com:Und vielleicht zum Abschluss noch, was möchten Sie Menschen mitgeben, die noch zögern von anonymer Massenware auf wirklich regionale und saisonale Naturprodukte umzusteigen?
Magdalena Temmel: Verstehe die gewisse Angst davor, man weiß nie, wie wird es produziert oder wie hat die Person mit den Hygienestandards, wie ist sie damit umgegangen? Verstehe ich, aber der Kleine lebt davon und die Industrie hat, finde ich persönlich, nicht die gewisse Persönlichkeit dahinter, ob es jetzt um Geschenkkörbe geht oder Ähnliches, es ist einfach ein Massenprodukt, das, was einfach produziert wird und das war es. Und es ist nicht, wenn ich zum Beispiel mich hinsetze und mir den Korb anschauen, dann habe ich im Kopf, so, das ist jetzt ein 60-jähriger Mann und der hat Geburtstag und er freut sich jetzt total, wenn der einen Korb kriegt. Und nach was will der, dass der ausschaut, der Korb. Und der Gedanke dahinter, das macht sich keiner. Und das ist für mich die Persönlichkeit, also es ist einfach persönlicher, es ist, finde ich, runder und natürlich man tut der Region und der Wirtschaft was Gutes damit, indem man einfach wirklich schaut, dass man lokale Betriebe unterstützt und stärkt.
Wirtschaftsmacher.com:Und wie wünschen Sie sich als Kunde, wer darf sich jetzt bei Ihnen melden?
Magdalena Temmel: Jeder, der Interesse hat und sich das gerne mal ausprobieren möchte. Ich habe auch Verkostungen sein möglich, wenn man sich zuerst einmal so überzeugen möchte. Also ich bin total offen und jeder, der Interesse hat, freu ich mich.
Wirtschaftsmacher.com:Frau Temmel, dann sage ich vielen Dank, dass Sie bei uns im Studio waren.
Magdalena Temmel: Dankeschön.
Wirtschaftsmacher.com:Und auch Ihnen vielen Dank fürs Zusehen.
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