Mobile Toiletten zählen zu den stillen Leistungsträgern des öffentlichen Lebens. Ob auf Baustellen, bei Festivals, Stadtfesten oder Hochzeiten – ohne funktionierende Sanitäranlagen gerät vieles ins Stocken. Die Sanita GmbH ist seit Jahrzehnten in der Toilettenvermietung tätig und stellt mobile Toiletten sowie Toilettenwagen für Baustellen, Events und private Feiern bereit. Hannah Last verantwortet im Familienunternehmen operative Abläufe und strategische Themen. Sie spricht über die Logistik hinter WC-Kabinen, Einsätze in Krisensituationen und die Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung.
Wirtschaftsmacher.com: Mobile Toiletten werden häufig mit Baustellen verbunden. Welche Bedeutung haben Baustellentoiletten und mobile WC-Kabinen tatsächlich für die Bauwirtschaft?
Hannah Last: Baustellen sind unser zentrales Geschäftsfeld. Wenn die Baukonjunktur zurückgeht, spüren wir das unmittelbar, weil weniger Baustellentoiletten benötigt werden. Gleichzeitig bleibt das Grundbedürfnis unverändert: Auf jeder Baustelle werden funktionierende mobile Toiletten benötigt. Dazu gehören regelmäßige Reinigung, Befüllung und Wartung. Der logistische Aufwand dahinter wird oft unterschätzt.
Wirtschaftsmacher.com: Neben Baustellen betreuen Sie zahlreiche Events. Welche Anforderungen stellen Festivals, Stadtfeste oder private Feiern an mobile Sanitäranlagen?
Hannah Last: Events unterscheiden sich stark von Baustellen. Bei Festivals, Open-Air-Konzerten, Wochenmärkten oder Jahrmärkten müssen große Mengen an WC-Kabinen in kurzer Zeit aufgebaut und exakt positioniert werden. Unser erster größerer Festivalauftrag umfasste 180 Kabinen. Ein siebenköpfiges Team hat innerhalb von zwei Tagen sämtliche Einheiten aufgebaut, mit Handwaschbecken ausgestattet und einsatzbereit gemacht. Auch Hochzeiten, Gartenpartys oder Stadtfeste gehören dazu. Dort werden häufig Toilettenwagen oder barrierefreie Lösungen angefragt. Die Anforderungen sind je nach Veranstaltung sehr unterschiedlich.
Wirtschaftsmacher.com: Gab es Situationen, in denen deutlich wurde, wie systemrelevant mobile Toiletten sein können?
Hannah Last: Ja. Ein Beispiel war ein Wasserrohrbruch in einem Wohngebiet in Stuttgart. Innerhalb kürzester Zeit mussten mobile Toiletten für rund 200 Menschen organisiert werden. Auch beim Hochwasser im Juni 2024 in Baden-Württemberg und Bayern haben wir Gemeinden beliefert, weil die Kanalisation ausgefallen war. In solchen Momenten wird klar, dass mobile Sanitäranlagen nicht nur Komfort, sondern Grundversorgung bedeuten.
Wirtschaftsmacher.com: Die Toilettenvermietung gilt nicht als klassische Wunschbranche für Bewerber:innen. Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel um?
Hannah Last: Es stimmt, dass das Image nicht immer positiv ist. Vorurteile wie „unhygienisch“ oder „Drecksjob“ halten sich hartnäckig. Tatsächlich geht es jedoch um Organisation, Zuverlässigkeit und Kundenkontakt. Für uns ist Kommunikation entscheidend. Mitarbeitende müssen belastbar sein – mental wie körperlich –, besonders in der Hochsaison. Gleichzeitig ist ein respektvoller Umgang im Team zentral, damit Abläufe auch unter Zeitdruck funktionieren.
Wirtschaftsmacher.com: Welche Trends beeinflussen das Geschäft mit mobilen Toiletten und Toilettenwagen?
Hannah Last: Die Baukrise wirkt sich direkt auf die Nachfrage nach Baustellentoiletten aus. Hinzu kommen klimatische Veränderungen. Wenn Sommermonate verregnet sind oder sich Veranstaltungszeiträume verschieben, erhöht das die Unsicherheit in der Planung – sowohl bei Events als auch bei uns. Steigende Personal- und Betriebskosten sowie zunehmende Bürokratie sind weitere Faktoren. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, Prozesse zu dokumentieren und effizienter zu gestalten.
Wirtschaftsmacher.com: Die Sanita GmbH ist ein Familienunternehmen. Welche Rolle spielt diese Struktur für die strategische Ausrichtung?
Hannah Last: Meine Großeltern haben das Unternehmen gegründet, weil sie unabhängig arbeiten wollten – ohne finanzielle Rücklagen oder familiäre Unterstützung. Über Jahre hinweg ist daraus ein Betrieb mit knapp 50 Mitarbeitenden entstanden. Perspektivisch steht die Übergabe an die nächste Generation im Raum. Ziel ist ein Unternehmen, das auch in der Hochsaison zuverlässig funktioniert und zugleich als attraktiver Arbeitgeber in der Region wahrgenommen wird.
Wirtschaftsmacher.com: Wie würden Sie die Dienstleistung Ihres Unternehmens in wenigen Worten zusammenfassen?
Hannah Last: Wir vermieten mobile Toiletten, Toilettenwagen und mobile Sanitäranlagen für Baustellen, Festivals, Stadtfeste, Wochenmärkte, Hochzeiten und private Feiern. Lieferung, Abholung sowie regelmäßige Reinigung gehören selbstverständlich dazu.
Weitere Informationen zu Leistungen, Einsatzbereichen und aktuellen Entwicklungen im Bereich mobile Toiletten und Sanitäranlagen gibt es unter www.sanita.de.
Impressum:
Sanita GmbH
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