Dominik Gintenreiter: Aquaristik zwischen Tierwohl und Technik
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Von
Christina Szasz
12 Min zu lesen
10. Februar 2026
Inhaltsverzeichnis:
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Aquaristik gilt für viele noch immer als aufwendig, teuer und schwer kontrollierbar. Doch moderne Aquarien haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Neue Technik, durchdachte Konzepte und fundierte Fachkenntnis machen es heute möglich, Aquarien langfristig stabil, pflegeleicht und alltagstauglich zu betreiben – im Wohnzimmer ebenso wie im Büro oder Wartezimmer. Dominik Gintenreiter gibt Einblicke in zeitgemäße Aquaristik, verantwortungsvolle Tierhaltung und zeigt, warum Aquarien nicht nur optisch bereichern, sondern auch Ruhe, Leben und Struktur in Räume bringen können.
Wirtschaftsmacher.com: Hallo, wir sprechen mit Dominik Gintenreiter, dem Gründer von Aquarium-Service und Handel Gintenreiter, einem Fachbetrieb, der sich auf die professionelle Beratung, Einrichtung, Pflege und Wartung von Süß- und Meerwasser-Aquarien spezialisiert hat. In seinem Geschäft, dem Fischgarten & Moor in Mollen, verbindet er hochwertige Tier- und Pflanzenqualität mit moderner Technik und echter Leidenschaft für die Aquaristik. Herr Gintenreiter, schön, dass Sie heute bei uns sind.
Dominik Gintenreiter: Ja, danke für die Einladung. Bin ich gerne da und erzähle euch ein bisschen was über die Fische.
Wirtschaftsmacher.com: Super, freut mich. Ihr Geschäft und Aquarium-Service ist ja in letzter Zeit wirklich in aller Munde. Sehr viel Aufmerksamkeit, weil Sie halt auch zeigen, dass moderne Aquaristik ja weder kompliziert noch besonders teuer sein muss, oder?
Dominik Gintenreiter: Ja, genau so ist es. Also die Aquarien, die man heutzutage machen kann, sind einfach sehr unkompliziert und auch sehr geschickt in der Handhabung. Und man hat auch wirklich langfristig was Schönes dann in seinem Wohnzimmer, in seinem Büro, in seinem Wartezimmer – je nachdem, wo man es stehen haben will – dann auch aufgestellt.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, man kann ja da wirklich von Ihrer Seite aus eine Liebe zu Aquarien zusprechen, quasi, oder?
Dominik Gintenreiter: Ja, definitiv. Also das war schon von klein auf ein Traum, und den konnte ich mir dann schlussendlich auch erfüllen. Und dafür lebe ich auch. Das ist mein Sieben-Tage-Job.
Wirtschaftsmacher.com: Und wann ist aus dieser anfänglichen Liebe zu Aquarien wirklich ein echter Beruf geworden für Sie?
Dominik Gintenreiter: Das war mit 24, im Jahr 2014. Das hat sich damals ergeben, eigentlich durch einen Zufall, und hat aber dann das Feuer entfacht, kann man sagen, dass das dann auch wirklich wieder in eine professionelle Richtung gegangen ist mit mir. Ich habe das natürlich schon als kleiner Junge gewollt, aber da hat es sich dann nicht so wirklich ergeben, beziehungsweise die Eltern haben das ein bisschen eingestuft als kleines Kinderhobby, und eine Lehrstelle habe ich dazu dann nicht gefunden. Das hat es einfach zu dem Zeitpunkt nicht gegeben. Und jetzt habe ich halt eine andere Richtung lernen müssen, um dann die Kurve doch noch zu kriegen und zum Zoofachhandel, zum Aquarium-Profi zu werden.
Wirtschaftsmacher.com: Warum war für Sie dann der Schritt in die Selbstständigkeit genau der richtige?
Dominik Gintenreiter: Ja, das hat sich dadurch ergeben, dass ich schon immer gesehen habe, ich bin ein sehr selbstbewusster Arbeiter. Ich denke auch selbst viel mit beim Arbeiten, und das ist mir mit Chefs dann oft schon zum Verhängnis geworden. Also da hat sich dann eigentlich herauskristallisiert: Ich bin besser mein eigener Chef, weil dann kann ich mir höchstens selber auf die Finger klopfen.
Wirtschaftsmacher.com: Okay, das heißt, auch in dieser Zeit hat sich sehr viel Expertise quasi angesammelt oder wurde ja auch angeeignet. Was unterscheidet eigentlich aus Ihrer Sicht ein gutes Aquarium von einem quasi Problembecken?
Dominik Gintenreiter: Also, ein gutes Aquarium ist natürlich ein Aquarium, in dem sich die Fische wohlfühlen und wo auch das Auge etwas zum Spielen findet. Ein eher problematisches Aquarium ist eben das, wo man immer wieder Fische ersetzen muss und die Fische sterben, wo die Pflanzen nicht richtig wachsen. Da kann man dann definitiv etwas verbessern, weil nur wenn das ganze Aquarium wirklich lebt, ist es wirklich einladend, fürs Auge da hineinzuschauen.
Wirtschaftsmacher.com: Welche Fehler sehen Sie gerade bei Kunden eigentlich am häufigsten?
Dominik Gintenreiter: Der häufigste Fehler ist entweder der, dass die Pflanzen nicht richtig zurechtgeschnitten werden oder dass nicht der richtige Pflanzendünger verwendet wird oder dass auch ganz oft eben, speziell bei den Fischen, falsche Zusammensetzungen gewählt werden und sich die Fische dann eventuell gegenseitig zerlegen oder die Fische gar nicht harmonisch leben können, weil es einfach in dieser Zusammensetzung nicht möglich ist.
Wirtschaftsmacher.com: Was macht für Sie dann verantwortungsvolle Aquaristik überhaupt aus?
Dominik Gintenreiter: Verantwortungsvoll ist natürlich, dass man schaut, dass es den Tieren gut geht und dass man vielleicht auch ein bisschen einen wirtschaftlichen Gedanken hat: Was werfe ich weg? Was behalte ich? Man kann natürlich regelmäßig neue Pflanzen kaufen oder man kann die alten immer wieder kultivieren, sodass diese wieder wachsen, dass diese wieder schön werden. Auch die Fische können sich unter gewissen Bedingungen fortpflanzen. Das heißt so viel wie: Wenn dann einmal einer aus Altersschwäche stirbt, ist wieder ein neuer da, ein junger. Das wäre zum Beispiel bei den Fischen im Salzwasseraquarium – da geht das Ganze dann noch ein bisschen weiter. Man nimmt zum Beispiel Korallen aus dem Meer, importiert die, die haben lange Flugwege, und das ist ja eigentlich geschickter: Man nimmt dann Korallen, die in Europa gezüchtet worden sind. Und dahin geht der Trend im Markt eh inzwischen, und das ist auch wirklich sehr gut für die langfristige Entwicklung.
Wirtschaftsmacher.com: Entwicklung ist auch ein gutes Stichwort, weil gerade im Zoofachhandel bestehen ja auch nach wie vor ähnliche Vorurteile. Wie begegnen Sie diesen Vorurteilen?
Dominik Gintenreiter: Die meisten Vorurteile haben sich eben über die Jahre hinweg entwickelt, weil die Leute gesehen haben: Okay, so ein Aquarium ist eher ein Haufen Arbeit, den man sich nach Hause holt, oder halt auch ein Tier, das man sich nach Hause holt, ist ein Haufen Arbeit. Was im Falle eines Hundes ja auch absolut stimmt. Also mit dem Hund musst du spazieren gehen – probiere das einmal mit dem Fisch, der macht das nicht oft mit. Der will auch gar nicht, der will in seinem Aquarium drin schwimmen, der will auch eigentlich die ganze Woche seine Ruhe haben. Und wenn du dann einmal im Monat da hineinfährst und Pflanzen zwickst, das ist eigentlich schon genug. Früher hat man dann auch gesagt, du musst jetzt hier wöchentlich Wasser wechseln oder 14-tägig, monatlich. Ich habe inzwischen halt Wege entwickelt, Produkte gefunden, Materialien gefunden, mit denen ich dann sagen kann: Okay, das Aquarium ist langfristig haltbar, ohne dass ich mir da eine Mordsarbeit damit mache. Das ist so einer dieser Vorwürfe, die man eben hat gegenüber Tieren. Ein anderer ist natürlich die hohen Kosten, die damit verbunden sind. Das ist leider etwas, dem kann man nichts entgegenwerfen. Es ist nun mal Luxus, ein Tier zu halten, sei es jetzt ein Hund, eine Katze oder ein Meerschweinchen. Das muss dann jeder für sich selbst wissen, für welches Hobby er jetzt das Geld ausgeben will.
Wirtschaftsmacher.com: Gerade das Thema Kosten ist ja auch ein sehr, sehr wichtiger Punkt. Wie begegnen Sie da quasi der Konkurrenz im Online-Handel?
Dominik Gintenreiter: Im Endeffekt ist der Online-Handel eine ziemlich arme Sau, weil der ja jeden Tag die Preise kontrollieren muss. Die spielen sich, die batteln sich mit den Preisen. Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit, weil im Endeffekt nehmen sie sich gegenseitig die Gewinnspanne weg, bis sie selber nichts mehr haben. In einem Ladengeschäft sage ich: Hey, ich gebe dir auf den Listenpreis einen Rabatt, weil der Listenpreis meistens wirklich überzogen ist. Dafür hast du die Beratung, dafür kannst du dir das hier vor Ort abholen, und wenn es kaputt ist, kannst du zu mir kommen und sagen: Tausch mir das bitte aus, repariere das und so weiter und so fort.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, woran würde man Ihrer Meinung nach ein schwarzes Schaf in der Branche erkennen?
Dominik Gintenreiter: Das ist natürlich einer, der zum Beispiel Tiere verkauft, die nicht zur Haltung geeignet sind. Es hat vor vielen Jahren als Beispiel den Pangasius sehr oft in der Aquaristik gegeben. Der Pangasius ist ein Fisch, der wird 1,20 Meter lang. So ein Aquarium hat niemand. Das hat ein Zoo, so ein Aquarium, wo dieser Fisch sich austoben kann. Ein normales Aquarium ist Wahnsinn. Wenn ein Händler so etwas macht, das ist für mich ein schwarzes Schaf. Oder eben auch, wenn er Waren verkauft, die er selber nicht einmal versteht, wo er dann eine Pumpe verkauft, von der er nicht einmal weiß, wie sie funktioniert. Das ist auch ganz oft bei Online-Händlern so, dass die eigentlich gar keine Ahnung haben von dem, was sie da haben. Die schicken dir das Gerät zu, kassieren das Geld, und wenn es kaputt ist, kannst du es meistens auf deine eigenen Kosten wieder retour schicken. Der Händler schickt es dann auch wieder nur weiter zu dem jeweiligen Großhändler, bei dem er es zugekauft hat. Das ist dann für mich ein schwarzes Schaf.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, gerade auch diese Fachkenntnis dem Kunden einfach wirklich transparent weiterzuvermitteln und serviceorientierte Lösungen zu schaffen, ist eigentlich Ihr Credo, kann man sagen.
Dominik Gintenreiter: Genau, so ist es.
Wirtschaftsmacher.com: Und was würde sich jetzt, wenn man die Ziele in die Zukunft ein bisschen betrachtet, für Ihr Aquarium, für Ihr Geschäft – was würde sich da entwickeln in naher Zukunft?
Dominik Gintenreiter: Als Ziel habe ich mir natürlich gesetzt, auch weiterhin die schönsten Aquarien herzeigen zu können, die es in Oberösterreich so gibt, weil das traue ich mich wirklich zu behaupten, dass ich mitunter die schönsten Aquarien auch in der Verkaufsanlage habe, da, wo man sich alle zehn Finger abschleckt, weil man sich denkt: Okay, da fängt der jetzt meinen Fisch raus, der dann in mein Aquarium kommt. Und da ist meine Hoffnung und mein Ziel, dass auch diese ganzen Aquarien auf diesen Standpunkt kommen. Also möglichst vielen Kunden den neuen Weg zu zeigen, den ich eben entwickelt habe.
Wirtschaftsmacher.com: Sie betreuen ja sehr viele Geschäftskunden.
Dominik Gintenreiter: Das stimmt so, ja.
Wirtschaftsmacher.com: Warum ist jetzt gerade für Firmen oder speziell eben auch für Wartezimmer ein Aquarium eine besonders sinnvolle Investition?
Dominik Gintenreiter: Man hat ja in einem Büro immer ein Problem: die Luftfeuchtigkeit. Es ist immer viel zu trocken. Mit einem Aquarium kann man dem in dieser Hinsicht direkt entgegenwirken, und gleichzeitig bringt man auch Leben in den Raum. Wenn man jetzt so ein steriles Büro von einem Rechtsanwalt vor Augen hat, da ist gar nichts. Da steht vielleicht eine Kunststoffblume, weil der Raum zu dunkel ist. Stellt man da ein Aquarium hin, dann wird dieser Raum lebendig. Und das ist nur einer der Vorzüge. Durch den Wartungsvertrag hat dann auch diese Firma oder eben das Büro keine Arbeit damit. Ich komme, ich mache alles – oder meine hoffentlich zukünftigen Angestellten, die dann das Aquarium dort pflegen. Wie gesagt, das Büro ist dadurch lebendig geworden, die Luftfeuchtigkeit hat sich gebessert, und das Ganze tritt ja auch bei sehr vielen Warteräumen auf. Zahnärzte – wie oft die Leute da nervös drinsitzen und Angst haben vor dem Zahnarzt. Wenn da ein Aquarium drinsteht, wo die Leute reinschauen können und sich ablenken können, sind sie viel entspannter. Und auch privat – das sage ich immer: Wenn du einen recht stressigen Job hast und du kannst dich am Abend auf die Couch legen, beobachtest 15 Minuten lang die Fische, dann schläfst du ein. So lange hältst du nicht durch. Das ist halt dann eine klasse Sache für fast jedes Gebiet, wo ich ein Aquarium hinstellen kann.
Wirtschaftsmacher.com: Sie sind ja auch in Mollen zu Hause mit Ihrem Geschäft. Wie wollen Sie da die Aquaristik, speziell in Ihrer Region, eigentlich über die nächsten Jahre verändern?
Dominik Gintenreiter: Ja, wie gesagt, der Weg, den ich in der Aquaristik entwickelt habe, ist zukunftssicher und auch zukunftsgerichtet. Kaum alte Aquarianer haben das Verständnis, das zu entwickeln oder selbst zu machen, und Stück für Stück werde ich das eben ausbauen, indem ich einfach zeige, dass es auch funktioniert. Eben bei mir im Geschäft kann man sich das anschauen: Wie schauen die Aquarien aus, wenn man sie höchst professionell aufsetzt? Das ist jetzt nur so dahergeredet. Jeder Private kann das schaffen, weil ich eine super Anleitung dazu habe. Das ist jetzt gar kein Hokus-Pokus, keine Hexerei. Es ist wirklich easy. Die Leute müssen nur zu mir kommen und das auch aufnehmen. Das ist die einzige Schranke, die ich habe – dass sie es auch aufnehmen.
Wirtschaftsmacher.com: Herr Gintenreiter, vielen Dank für das Interview. Und an dieser Stelle würde ich, wenn Sie möchten, das Schlusswort ans Publikum tatsächlich Ihnen überlassen.
Dominik Gintenreiter: Ja, danke noch einmal, dass ich heute da sein durfte. Und ich freue mich auf jeden Zuschauer, der mich dann im Geschäft besucht aufgrund dieses Videos, und wünsche allen eine wunderschöne Zeit.
Wirtschaftsmacher.com: Herr Gintenreiter, vielen Dank.