Brigitte Zingl: Englisch Spielend Lernen mit Herz und Selbstvertrauen

Englisch ist heute weit mehr als ein Schulfach – es ist die Grundlage für Selbstvertrauen, Bildungserfolg und internationale Chancen. Gerade beim Übergang von der Volksschule ins Gymnasium entscheidet sich oft, ob Kinder mit Leichtigkeit oder mit Druck in eine neue Lernphase starten. Brigitte Zingl, bekannt als „Englisch-Brigitte“, hat dafür ein Konzept entwickelt, das Kinder früh stärkt und ihnen einen spielerischen, praxisnahen Zugang zur Sprache ermöglicht.
Wirtschaftsmacher.com: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von WirtschaftsmacherTV. Wir sprechen heute mit Brigitte Zingl, besser bekannt als Englisch-Brigitte. Sie hat mit Englisch Spielend Lernen ein einzigartiges Programm entwickelt, das Volksschulkinder spielerisch wirksam und mit wirklich ganz viel Herz auf den Sprung ins Gymnasium vorbereiten soll. Ihr Online-Programm Englisch fit fürs Gymnasium macht Kinder in kurzer Zeit topfit in vier Bereichen. Sprechen, Zuhören, Verstehen, Lesen und Schreiben. Und sorgt auch dafür, dass sie mit Leichtigkeit, Selbstvertrauen und Freude in ihren Englischunterricht am Gymnasium starten. Frau Zingl, schön, dass ihr heute bei uns seid.
Brigitte Zingl: Danke, dass ich hier sein darf.
Wirtschaftsmacher.com: Frau Zingl, viele Eltern stellen sich ja vielleicht die Frage, wird mein Kind in der Volksschule jetzt nicht genug vorbereitet für den Englischunterricht am Gymnasium? Aus Ihrer Erfahrung heraus, wo entstehen jetzt diese Lücken, die da vielleicht geschlossen werden?
Brigitte Zingl: Also es ist ja so, dass viele Eltern glauben, dass die Volksschule die Kinder ausreichend aufs Gymnasium vorbereitet. Und in der Praxis ist es oft so, dass mit einer Englischstunde pro Woche, mit großen Klassen und mit einem Niveauunterschied zwischen den Kindern es zur Herausforderung werden kann, dass die Kinder eine solide Basis für das Gymnasium bekommen.
Wirtschaftsmacher.com: Ist es flächendeckend, dass in der Volksschule nur eine Stunde pro Woche Englisch zum Beispiel unterrichtet wird?
Brigitte Zingl: Es ist ziemlich Standard, dass es nur eine Unterrichtseinheit gibt.
Wirtschaftsmacher.com: Okay, und was würden Sie sagen, gibt es da jetzt eher die Verantwortung der Schule gegenüber oder auch bei den Eltern selbst für mehr Englischvorbereitung zu sorgen?
Brigitte Zingl: Naja, ich bin ja selber Mama und ich würde mal sagen, die Schule macht das im Rahmen der Möglichkeiten und gibt den Kindern bestimmt eine sehr gute Basis. Aber wie bei allen Dingen im Leben, wenn ich jetzt mein Kind anschaue, habe ich ein gewisses Bauchgefühl, habe ich ein Gefühl, dass mein Kind mehr möchte, dass mein Kind mehr Unterstützung braucht. Und ich glaube, dass da jede Mama oder jeder Papa aufs Kind individuell eingeht und das sehr gut entscheiden kann.
Wirtschaftsmacher.com: Und jetzt der Übergang ins Gymnasium, da wird ja auch im Lehrplan meistens aufbauend mit den Kindern versucht zu lernen. Wo sehen Sie da vielleicht auch Lücken in diesem Aufbau der Kompetenzen?
Brigitte Zingl: Also ich glaube, dass eine große Herausforderung die mangelnde Zeit ist und die großen Klassen, weil wenn man sich jetzt vorstellt, die Kinder lernen ja Wörter, verschiedene Themen, aber Wiederholung ist die Mutter des Lernens. Und wenn man sich jetzt so eine große Klasse vorstellt und wenig Zeit hat, ist es sehr schwierig für Lehrer, mit Kindern in Themen einzutauchen. Und natürlich braucht man dann auch Wiederholung. Immer wieder passiert es mir, dass ich mit Kindern ein einfaches Thema beginne, wie zum Beispiel Schulsachen. Und die sagen dann, ah, kenne ich schon, haben wir schon gemacht. Und ich sage, super, dann können wir schon Gas geben. Und dann ziehe ich aus meiner Tasche den Ruler raus und dann sagen sie, ach ja, genau, was war das nochmal? Und das ist genau diese mangelnde Zeit. Ich kann ja nicht nur Wörter lernen und dann nicht anwenden. Das merkt man sich dann ja nicht.
Wirtschaftsmacher.com: Sie haben ja auch als junge Frau ein Au-pair-Jahr in den USA verbracht und so ein bisschen den amerikanischen Alltag ja auch kennengelernt. Gibt es auch da jetzt Einflüsse, die Sie auch heute noch in Ihrem Alltag prägen oder jetzt auch die heutige Art Ihres Unterrichts prägen?
Brigitte Zingl: Ja, ein bisschen schon. Es war ja immer ein großer Wunsch damals, dass ich ein Jahr als Au-pair in den USA verbringe. Und aus einem Jahr wurden dann 13 Jahre. Und in diesen 13 Jahren habe ich sehr viel Erfahrung sammeln dürfen. Aber zu Beginn war es schon so, dass ich richtig ins Leben geworfen wurde. Ich habe sofort müssen verstehen, antworten, Verantwortung übernehmen mit den Kindern, auf die ich aufpassen musste. Und da war keine Zeit mehr darüber nachzudenken, ob mein Englisch jetzt perfekt ist, sondern ich musste einfach performen. Und bei meiner Begleitung mit meinen Kindern ist es mir wichtig, dass sie nicht perfekt Englisch sprechen, sondern dass sie sich trauen, dass sie mutig sind, dass sie umsetzen.
Wirtschaftsmacher.com: Und auch keine Hemmung davor haben, wirklich auch zu sprechen, selbst wenn jetzt vielleicht nicht wirklich jedes Wort sitzt oder ob jetzt in den richtigen Zeiten gesprochen wurde.
Brigitte Zingl: Genau, absolut. Und man merkt das auch bei jungen Kindern. Wenn man denen eine wertfreie Umgebung bietet, sie fühlen sich sofort wohl. Und das breitet sich dann auch in einer Gruppe aus, dass die Kinder sind stolz, dass sie was sagen. Sie haben keine Angst zu sprechen. Sie freuen sich. Sie sehen, wie ich mich freue, wenn sie sprechen. Und das ist so eine positive Spirale.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt einfach auch den Kindern den Raum und die Möglichkeit zu geben, Fehler auch zu machen, aber auch nicht irgendwo in Scham dann vielleicht dabei zu versinken, denen auch beizubringen, dass das in Ordnung ist.
Brigitte Zingl: Absolut, genau.
Wirtschaftsmacher.com: Ich glaube, da geht es ja auch viel darum, denen die Ängste auch davor zu nehmen.
Brigitte Zingl: Genau, selbstverständlich. Also ich habe das früher auch nicht gewusst, wie leicht das ist, ein Kind zu korrigieren, ohne auf den Fehler aufmerksam zu machen. Zum Beispiel kriegen meine Kinder im Online-Kurs, ja immer kleine Challenges, kleine Aufgaben, dass sie das Gelernte sofort anwenden. Und sie hinterlassen mir zum Beispiel eine Nachricht. Sie müssen mir erzählen vom Hund oder von der Freundin, wie alt sie sind und so weiter. Nehmen wir an, das Mädchen hinterlässt mir eine Nachricht und sagt, my brother is seven years old. He can swim, but he can not fly. He like to eat chocolate cake. Dann sage ich, hey, wow, fantastic, great message. So your brother likes chocolate cake? Das heißt, ich brauche nicht sagen, hey, du hast das Third-Person-S vergessen. Das ist total abstrakt. Sondern ich wiederhole es ganz kurz und ich sage, your brother likes chocolate cake. Und auf einmal wird der Fehler korrigiert.
Wirtschaftsmacher.com: Ist das ein Umgang, den Sie auch selber widerfahren haben, in Ihrer eigenen Ausbildung, im eigenen Bildungsweg? Hat es da auch coole Englischlehrer gegeben, die da auch wirklich so weit gegangen sind, nicht nur zu kritisieren, sondern wirklich fördern zu wollen?
Brigitte Zingl: Ja, absolut. Ich hatte wirklich Glück in meiner Zeit in der HAK. Da hatte ich einen genialen Englischprofessor, den Herrn Professor Wastian. Das war ganz ein untypischer Professor. Er war authentisch, er war humorvoll und er hat uns sehr wohl Raum gelassen, Fehler zu machen. Er war kein Lehrer, der bei einer Prüfung mit Stift und Blatt da gestanden ist, Plus und Minus notiert hat. Es hat sogar passieren können, dass man draußen steht bei der Tafel und der merkt, oh, der hat wohl nicht gelernt. Dann fragte er einfach, hey, did you watch the news yesterday? Wenn man das Glück gehabt hat, dass man die Nachrichten angeschaut hat, hat man einfach frei über die Nachrichten sprechen können. Das war ein sehr großer Einfluss in meinem Leben. Ich glaube schon, dass mich das auch beeinflusst hat, immer mehr Lebendigkeit und Real-Life-English in meine Begleitung einzubauen.
Wirtschaftsmacher.com: Einerseits so einzubauen, aber auch diesen gewissen Spirit mit einfließen zu lassen.
Brigitte Zingl: Ja, genau. Bei Kindern merke ich das auch immer wieder. Die lieben diese Erzählungen aus dem wirklichen Leben. Die sitzen dann da mit großen Augen, begeistert, es ist mucksmäuschenstill. Sie versuchen das dann auch sofort anzuwenden. Selbst so Kleinigkeiten wie, wenn die Kinder dann ein Playdate hatten, das ist dann wirklich so, dass ein Kind zum anderen sagt, see you later, alligator. Und das andere Kind sagt, in a while, crocodile. Es ist wirklich so.
Wirtschaftsmacher.com: Wie kann man sich das jetzt ganz konkret vorstellen? Ihr Programm läuft ja online ab. Von der ersten Anfrage, vom ersten Kennenlerngespräch bis hin zum tatsächlichen Englischlernen. Wie schaut diese Reise aus?
Brigitte Zingl: Unser erstes Treffen ist ein Kennenlerngespräch. Es ist mir sehr wichtig, dass ich in einem Kennenlerngespräch erfahre, was die Wünsche und Ziele der Familie sind und ob mein Programm überhaupt das richtige ist für die Familie. Wenn das dann geklärt ist, geht es gleich los mit der ersten wöchentlichen Mission. Die Kinder tauchen sofort in das erste Thema ein. Die Themen sind kindgerecht aufgebaut. Die Kinder erfahren sofort nach dem allerersten Zusammentreffen, was sie schon können. Sie können zum Beispiel schon nach dem ersten Treffen sagen, was sie können, was sie nicht können, Fragen stellen und beantworten. Wenn man Englisch so aufbaut, dass man in kürzester Zeit Englisch anwenden kann, wird es automatisch lebendig und die Kinder lieben es.
Wirtschaftsmacher.com: In diesen wöchentlichen Modulen, wie werden dort Mutter und Vater aus dem Alltag gerissen oder eingebunden? Weil Sie ja auch erwähnt haben, dass sie auch Groß- und Mittelsprache haben. Wie kann man sich das näher vorstellen?
Brigitte Zingl: Also natürlich in dem Alter, die Kinder sind ja erst in der dritten oder vierten Klasse, sind die Eltern involviert. Allerdings ist das Englisch so aufgebaut, dass es sehr flexibel in den Alltag passt. Wir wissen ja alle, dass die Terminkalender von den Familien immer voller werden. Und eigentlich, wenn man betrachtet, dass die Kinder Tennis gehen, schwimmen gehen, dass andere Eishockey und noch irgendwas unternimmt, dass eigentlich gar keine Zeit mehr ist für so etwas wie einen Englischkurs oder wie Englisch lernen. Man kann sich das so vorstellen, dass die Mamas gemeinsam mit den Kindern ganz kurze Einheiten, wo wir ins Thema eintauchen, ansehen. Die Mama ist dafür verantwortlich, Blätter auszudrucken, Material auszudrucken. Das muss man schon sagen, bei meiner Englischbegleitung braucht man ganz sicher einen Drucker und hoffentlich einen Farbdrucker. Es wird lebendig. Ich habe das letzte Mal mit einer Mama gesprochen. Das habe ich sehr interessant gefunden, weil ich mir überlegt habe, haben die Mamas Zeit, sind die begeistert, dass sie das auch noch machen müssen? Ich habe ihr erklärt, wie das funktioniert, dass es ganz kurze Videoeinheiten gibt, kindgerecht. Sie hat mich unterbrochen und gesagt, das wäre dann voll schön, eine Mama-Tochter-Activity. Bei mir ist das Herz aufgegangen. Ich habe gedacht, wow, wie schön ist das?
Wirtschaftsmacher.com: Und vielleicht kann das eine oder andere Elternteil auch die Englischkenntnisse wieder auffrischen.
Brigitte Zingl: Das habe ich auch schon gehört, ja, das stimmt. Es sind ja dann auch die Geschwister mitinvolviert in Aktivitäten, kleinen Challenges. Das sind ja auch Spiele, die ich den Kindern mehr oder weniger zur Wiederholung aufgebe. Ich nenne es natürlich nicht so, sondern nur Spiele, die dann die Familien miteinbeziehen mit Fragen und Antworten.
Wirtschaftsmacher.com: Im Vergleich zu vielen anderen Online-Angeboten, was den Lernbereich betrifft, nicht nur auf das Thema Sprachen lernen bezogen, sind ja meistens reine Selbstlernkurse. Das heißt, dass ich mir alleine Videos anschaue und mir dann auch nur die Autodidaktiken aneigne. Bei Ihnen hört sich das schon nach sehr viel mehr Kontakt an. Ist das deswegen geschuldet, weil man mit Dritt- und Viertklässlern arbeitet? Oder weil Sie der Überzeugung sind, dass Sprachenlernen gelebt werden muss?
Brigitte Zingl: Ja, auf alle Fälle. Es ist natürlich, dass ein Kind in der 3. oder 4. Klasse Volksschule eine persönliche Beziehung braucht. Ich glaube, es funktioniert zu einem gewissen Grad vielleicht schon, dass ein Kind selbstständig etwas erlernt. Aber meistens ist es so, wenn der persönliche Bezug fehlt, dass sie schnell Motivation verlieren, dass sie sich alleine gelassen fühlen. Wenn man sich vorstellt, man macht ein Videospiel und es werden Fragen richtig beantwortet. Dann kommt ein Smiley und ein Hackerl und vielleicht Sterne und Belohnung. Es ist ja trotzdem einsam. Und eine Sprache ist lebendig. Wenn die Kinder von mir eine Rückmeldung erhalten, die sehen und hören ja, wie ich mich freue. Das ist schon ganz was anderes.
Wirtschaftsmacher.com: Sie haben vorhin den Begriff verwendet, Real-Life-Englisch. Wie wird Englisch wirklich zu einem Erlebnis? Was macht das mit dem Selbstvertrauen der Kinder?
Brigitte Zingl: Ja, und vor allem, wie geht das online, oder? Ich begleite Kinder schon über 10 Jahre und bereite sie solide aufs Gymnasium vor. Dieses Real-Life-Englisch passiert bei mir ziemlich spontan. Es kann sein, wenn ich ein Live-Zoom-Meeting habe mit meiner kleinen Gruppe, dass es gerade ins Thema passt, dass ich einfach rauswerfe und sage, Are you a couch potato? Dann schauen sie. Und durch meine Gestik und Mimik und weiteren Fragen verstehen sie in kürzester Zeit, was ich meine. Dann wird es lustig. Is your Daddy a couch potato? Is your Mama a couch potato? Dann kommen sie schon langsam drauf, das muss ja jemand sein, der eher mehr auf der Couch ist, nicht rausgeht. Dann wird es voll lustig und sie beginnen miteinander zu sprechen. Die Augen leuchten und sie freuen sich.
Wirtschaftsmacher.com: Geht es dabei auch darum, zu lernen, aus dem Kontext zu verstehen? Weil es auch als Beispiel genannt wurde, mit Vater, Mutter und so was. Nachdem ich verschiedene Personen heranziehe, geht es um die Kontextualisierung?
Brigitte Zingl: Absolut, ja. Ein weiteres Beispiel für Real-Life-English: Ich hatte eine Englisch-Schülerin und ich habe auch ihren Bruder unterrichtet. Sie kommt einmal zu mir und sagt, Brigitte, wie kann ich meinem Bruder sagen, dass der mich so nervt? Und ich denke, soll ich da tiefer einsteigen? Und ich habe gesagt, sag ihm einfach, you are so annoying. Sie hat sich das aufgeschrieben. Und sie hat das gleich am Klassenkameraden ausgetestet und hat gesagt, you are so annoying. Der hat sich das nicht gefallen lassen und hat gesagt, no, I’m not annoying, she is annoying. Und innerhalb kurzer Zeit wurde es ein richtig lebendiges Gespräch. Wir haben in ganzen Sätzen gesprochen, wir haben Verneinungen geübt, wir haben Personal Pronouns geübt. Und das Schönste ist, die Kinder hatten keine Ahnung, dass sie da Hardcore-Grammatik lernen.
Wirtschaftsmacher.com: Weil es dann plötzlich nicht mehr wie Unterricht wirkt, oder?
Brigitte Zingl: Genau.
Wirtschaftsmacher.com: Und wenn jetzt dann trotzdem eine Mutter sagt, ich kann mir das jetzt nicht vorstellen, für mein Kind einen Online-Kurs zu buchen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es Spaß macht oder weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das Kind dabei wirklich jetzt Freude empfindet. Wie würde man da jetzt diese Sorge nehmen? Beziehungsweise wie erlebt A die Mutter und B das Kind das tatsächlich in der Praxis?
Brigitte Zingl: Es ist in letzter Zeit auffällig, dass ich mehr Mamas treffe, die sich voll freuen, dass es so ein Angebot online gibt, weil der Terminkalender so voll ist. Das hat mich selbst überrascht. Und die Rückmeldungen von Mamas sind schon, trotz allem, dass sie sagen, Brigitte, ich hätte mir das nie vorstellen können, dass bei einem Online-Kurs mein Kind lacht, durch die Wohnung hüpft und gleichzeitig lernt.
Wirtschaftsmacher.com: Und das ist dann quasi für Kinder ab der dritten Volksschulstufe?
Brigitte Zingl: Ja, momentan liegt der Fokus bei Kindern in der dritten und vierten Volksschule, weil einfach der Bedarf so hoch ist und die Anfragen von Mamas und Papas wirklich immer mehr werden. Ich glaube, das ist auch, weil Verwandte, Bekannte oder größere Geschwister schon im Gymnasium sind, die sich teilweise wirklich schwer tun. Ich finde es auch immer schade, wenn die Kinder, das sind auch Kinder, die in der Volksschule gut sind, die keine Anzeichen von Problemen haben. Aber wenn es im Gymnasium mit so hohem Tempo losgeht, der Druck ist höher, die Erwartungshaltung ist höher, dann sind eigentlich die Kinder in einer negativen Lage, die fast nicht aufzuholen ist. Und die Freude bleibt dann sowieso am Weg.
Wirtschaftsmacher.com: Wo merkt man am deutlichsten einen Unterschied bei Kindern, die so eine ganzheitliche Vorbereitung im Vorfeld genossen haben im Vergleich zu jenen, die rein auf den schulischen Lehrplan vertrauen?
Brigitte Zingl: Ich würde sagen, ganz sicher beim Sprechen, dass die Kinder in einer wertfreien Umgebung eben die Möglichkeit haben, sich frei zu entfalten und das Gelernte auch wirklich lebendig zu machen und umzusetzen. Und ein zweiter, vielleicht der größte Punkt sogar, ist dieses Listening and Understanding, das Zuhören und Verstehen. Wenn man sich vorstellt, dass Kinder im Gymnasium sofort eine Geschichte sich anhören, gleichzeitig auf einem Zettel die Antworten durchscannen und dann entscheiden müssen, ist das true or false? Also da kommen ganz viele Komponenten auf einem Punkt zusammen. Und wenn man das vorher wenig geübt hat oder gar nicht, ist das extrem stressig und ich würde sagen, wahrscheinlich einer der größten Stolpersteine für die Kinder.
Wirtschaftsmacher.com: Das Thema Hemmschwelle ist ja beim Sprechen auch ein Thema. Wie hilft es mir, vorab vorbereitet zu werden gerade auf das Thema Listening? Es gibt dann auch Listening-Aufgaben in Ihrem Programm, richtig?
Brigitte Zingl: Absolut.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, wenn ich da schon das ganze Vertrauen mich langsam nähere, solchen Aufgaben, sage ich jetzt einfach einmal, wirklich zuzuhören, auf den Text zu achten, was wird gesprochen, also wirklich sinnerfassendes Zuhören, das ist ja im Deutschen auch nicht immer einfach, oder?
Brigitte Zingl: Genau. Also für mich ist das heute sogar bei Liedern, ich höre Songtexte, ich höre da ganz wenig raus. Ich kann es gar nicht gut. Und als Schülerin hat mich das komplett gestresst. Bei uns war das immer so, selbst in der HAK, keiner hat das Listening geübt. Einmal vor der Schularbeit, Listening Comprehension. Und mein Herz hat schon zu klopfen begonnen. Und ich habe dann vor lauter Stress, dass das jetzt was ist, was ich nicht kenne, nichts mehr verstanden. Also es war echt schlimm. Und ich denke mal, da ich ja den Luxus habe, auf jedes Kind individuell einzugehen, ist es auch sehr hilfreich, dass Listening Exercises usw. sehr wohl individuell gestaltet werden können. Bei Listening Exercises ist natürlich nicht nur wichtig, dass ich das Zuhören übe, sondern mindestens gleich wichtig sind die Tipps und Tricks, wie ich so eine Listening Exercise richtig relaxed und gechillt durchführen kann. Und das wird in der Schule, wie ich mich erinnern kann, das Feedback, das ich höre, sprechen ganz wenig über Tipps und Tricks. Und die sind aber extremst wichtig in der Vorbereitung, dass die Exercise gut durchgeführt werden kann.
Wirtschaftsmacher.com: Und vor allem, ich glaube, es ist ja auch wichtig, Kindern vielleicht auch einmal ein bisschen darzustellen, auch zu erklären, warum das Ganze auch so wichtig ist. Ich glaube, es ist ja auch ihr Ziel, wirklich ihren Kindern mitzugeben auf dem Weg, international später irgendwann auch mit der eigenen Sprache wettbewerbsfähig zu sein. Was konkret würden Sie sich für ein Kind wünschen, was heute bei Ihnen im Kurs ist? Wo soll das in zehn Jahren einmal stehen können?
Brigitte Zingl: Der größte Wunsch für mich ist, dass Kinder selbstsicher sind, dass sie ein gutes Selbstwertgefühl haben, dass sie sich trauen. Und eigentlich, es beginnt mit der Schule, dass man sich in der Schule traut, dass man da erfolgreich ist. Aber es geht weit hinaus bis ins Berufsleben. Als junger Erwachsener öffnet Englisch die Türen. Ich sehe das immer als ein Stück Freiheit, wenn man sich denkt, jeder weiß, dass die Welt immer kleiner wird. Und es fragt keiner mehr, kannst du Englisch? Es weiß jeder, es ist Voraussetzung. Und es ist egal, ob der junge Erwachsene dann in Österreich bleiben möchte, er kann ja trotzdem international konkurrenzfähig sein, mit Firmen, online, alles passiert online. Dafür brauche ich aber dieses Selbstvertrauen und dieses Wissen, wenn ich jetzt auf einem Zoom-Meeting bin mit wichtigen potenziellen Kunden, Klienten, dass ich mich ausdrücken kann, dass ich keine Minute darüber nachdenken muss, Oh, werde ich ihn wohl verstehen. Ich finde, dass das extremst wichtig ist und die Kinder für die Zukunft vorbereitet und ein Stück Freiheit gibt.
Wirtschaftsmacher.com: Ja, definitiv. Mein abschließender Gedanke, wenn jetzt eine Mutter gerade am Überlegen ist, ob sie jetzt für ihr Kind in einen Online-Englisch-Kurs investieren soll und irgendwo gerade zwischen den Überlegungen steht, warten wir mal ab, was in der Schule noch passiert oder gebe ich jetzt meinem Kind diesen Vorsprung? Was würden Sie so einer Mutter heute raten?
Brigitte Zingl: Verstehe ich total. Ich würde dieser Mama sagen, dass sie ja nicht in ein Schulfach investiert, sondern dass sie in Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein des Kindes investiert. Und ich verstehe es zwar, dass man abwarten möchte und ich verstehe den Gedanken, aber wenn man sich jetzt überlegt, mit einem Vorsprung schenkt man seinem Kind ein Stück Freiheit, Leichtigkeit und Freude. Und für mich wäre es das Allerschönste, wenn Kinder mit dieser Leichtigkeit und Freude durchs Gymnasium kommen, durch den Schulweg und weiterhin bis ins Leben.
Wirtschaftsmacher.com: Und dass Sie dann vielleicht in 20 Jahren auch in einem Interview sitzen und dann über die coole Englischlehrerin Brigitte sprechen.
Brigitte Zingl: Ja, genau.
Wirtschaftsmacher.com: Sehr fein, sehr fein. Herzlichen Dank für das schöne Interview. Es hat mich sehr gefreut.
Brigitte Zingl: Danke ebenfalls. Es hat mich sehr gefreut.
Wirtschaftsmacher.com: Vielen Dank für das Interview und danke fürs Zusehen.
Alle Infos zum Programm von Brigitte Zingl findet man auf www.englisch-spielendlernen.com.
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