Apotheken und Arztpraxen stehen weiterhin unter wirtschaftlichem Druck. Doch neben steigenden Kosten und sinkenden Margen rückt ein Thema immer stärker in den Fokus: der reale Erhalt von Vermögen. Was dabei häufig unterschätzt wird: Schwindende Gewinne können dazu führen, dass Ärzte und Apotheker beginnen, von der Substanz zu leben. Verpflichtungen aus Finanzierungen, Versicherungen und laufenden Kosten müssen weiterhin bedient werden – unabhängig davon, ob die Erträge noch ausreichen oder nicht. Im Gespräch erklärt Axel Schrödter von ASFinanz, warum klassische Konzepte zunehmend an ihre Grenzen stoßen und weshalb ein Umdenken sinnvoll sein kann.
Wirtschaftsmacher.com: Herr Schrödter, welche Hürden stellen Apotheken und Ärzte aktuell vor existenzielle Herausforderungen?
Axel Schrödter: Die Situation ist anspruchsvoller geworden. Steigende Kosten, regulatorische Eingriffe und sinkende Margen sind das eine. Was ich jedoch in der Praxis immer häufiger sehe: Viele haben Vermögen aufgebaut – allerdings überwiegend in Form von Forderungen. Dazu zählen: Versicherungsprodukte wie Renten- und Basisrenten, Banksparpläne, Investmentsparpläne oder Riesterverträge. Ergänzend dazu gibt es natürlich auch Kunden, die Vermögensverwaltungen nutzen oder ein eigenes Aktiendepot aufgebaut haben Das wirkt auf den ersten Blick solide und diversifiziert. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch häufig, dass der überwiegende Teil des Vermögens weiterhin systemabhängig strukturiert ist und nicht aus echtem, unmittelbarem Eigentum besteht.
Wirtschaftsmacher.com: Wie wirkt sich diese Struktur konkret aus?
Axel Schrödter: In vielen Fällen entsteht eine trügerische Sicherheit: Die Konzepte wirken durchdacht und die Prognosen sind nachvollziehbar dargestellt, doch in der Realität kann die tatsächliche Entwicklung hinter den Annahmen zurückbleiben, während Kosten und Steuern die Erträge zusätzlich reduzieren und gleichzeitig die Kaufkraft durch Inflation sinkt. Das führt dazu, dass Vermögen real langsamer wächst – oder sich anders entwickelt als ursprünglich geplant.
Wirtschaftsmacher.com: Können Sie das an einem Beispiel aus Ihrer Praxis erläutern?
Axel Schrödter: Gerne. Eine niedergelassene Ärztin hat eine Immobilie erworben. Im Zuge der Finanzierung wurde eine Fondspolice integriert. Die Idee dahinter war, über die Immobilie Vermögen aufzubauen und die Finanzierung perspektivisch über die Police zu unterstützen. Solche Modelle können auf dem Papier schlüssig wirken.
Wirtschaftsmacher.com: Und wie sieht die Praxis aus?
Axel Schrödter: In der Praxis kann sich ein anderes Bild ergeben. Wenn die Entwicklung der Fondspolice hinter den ursprünglichen Annahmen zurückbleibt, kann das verschiedene Auswirkungen haben: Die Finanzierung läuft möglicherweise länger als geplant, die Entschuldung erfolgt langsamer und Kapital bleibt länger gebunden. Das kann dazu führen, dass geplante weitere Investitionen nicht umgesetzt werden können, weil die Mittel im bestehenden Konzept benötigt werden. Der Vermögensaufbau verläuft dann nicht wie ursprünglich gedacht.
Wirtschaftsmacher.com: Welche langfristigen Folgen kann das haben?
Axel Schrödter: Ein Punkt, der oft zu wenig beachtet wird, ist der Zeitpunkt des Ruhestands. Wenn sich das Verhältnis zwischen Vermögenswert und Restschuld langsamer entwickelt als angenommen, kann es passieren, dass Verbindlichkeiten länger bestehen bleiben. Das kann die finanzielle Flexibilität im späteren Leben einschränken. Gerade deshalb ist es wichtig, solche Modelle regelmäßig zu überprüfen und realistisch zu bewerten.
Wirtschaftsmacher.com: Wie entstehen solche Konstruktionen?
Axel Schrödter: Häufig durch die Kombination mehrerer Bausteine. Das bedeutet, dass Finanzierung, Versicherung und weitere Elemente miteinander verknüpft werden. Auch wenn dies Vorteile haben kann, erhöht es gleichzeitig die Komplexität. Und genau diese Komplexität macht es für viele Kunden schwierig, die tatsächlichen Auswirkungen vollständig zu überblicken.
Wirtschaftsmacher.com: Welche Rolle spielen Banken und Berater dabei?
Axel Schrödter: Viele Lösungen orientieren sich an bestehenden Systemen und standardisierten Konzepten. Das ist nachvollziehbar, führt aber dazu, dass nicht immer alle Alternativen betrachtet werden. Sachwerte wie physische Edelmetalle oder andere Formen von Eigentum werden dabei häufig nicht berücksichtigt – unabhängig davon, ob sie im Einzelfall sinnvoll wären.
Wirtschaftsmacher.com: Was raten Sie Ärzten und Apothekern konkret?
Axel Schrödter: Der wichtigste Schritt ist Transparenz. Sie sollten sich bewusst machen: Welche Strukturen habe ich aktuell? Wie entwickeln sich diese realistisch? Welche Annahmen liegen zugrunde? Und dann geht es darum, die eigene Situation regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Nicht alles muss sofort verändert werden – aber ein klarer Überblick ist entscheidend.
Wirtschaftsmacher.com: Ihr abschließender Rat?
Axel Schrödter: Viele Dinge wirken vertraut und werden deshalb selten hinterfragt. Gerade in der aktuellen Zeit kann es sinnvoll sein, bestehende Strukturen neu zu betrachten. Je früher man dies tut, desto schneller und einfacher lassen sich Änderungen umsetzen.
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