Steigende Anforderungen, wachsender Veränderungsdruck und psychische Belastungen prägen immer stärker den Berufsalltag in Unternehmen. Wirtschaftsmacher.com spricht mit Tasha Hathaichanok Rödig darüber, wie Führungskräfte und HR-Verantwortliche Mental Load nachhaltig adressieren können – und warum eine individuelle wie organisationale Perspektive beim Belastungsmanagement unverzichtbar ist. Im Fokus stehen aktuelle Trends, persönliche Erfahrungen und praktische Ansätze für resiliente Führung.
Wirtschaftsmacher.com: Frau Rödig, wie erleben Sie die aktuellen Herausforderungen beim Thema Mental Load in Unternehmen – und was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Ansatzpunkt für Führungskräfte?
Tasha Rödig: Viele Unternehmen stehen derzeit vor einer wachsenden Dynamik: mehr Komplexität, hohe Erwartungen an Produktivität und gleichzeitig ein spürbarer Anstieg von Erschöpfung. Mental Load ist meist kein individuelles Problem Einzelner, sondern ein Ausdruck struktureller und kultureller Faktoren in Organisationen. Hier setzt mein Ansatz an: Führungskräfte müssen lernen, Belastungen professionell einzuordnen, Verantwortung zu klären und nicht auf die breiten Schultern Einzelner abzuwälzen. Das Ziel ist, organisationale Resilienz zu fördern und psychologische Sicherheit als Teil der Führungskultur zu etablieren. Einen wichtigen Beitrag kann ich leisten, indem ich Unternehmen mit praxisnahen Programmen, strukturierter Analyse und nachhaltiger Umsetzung begleite.
Wirtschaftsmacher.com: Sie verfolgen einen systemischen, praxisorientierten Ansatz. Was unterscheidet Ihren Zugang zur Resilienzförderung im betrieblichen Alltag von klassischen Maßnahmen?
Tasha Rödig: Klassische Angebote konzentrieren sich oft auf kurzfristige Impulse oder Einzelmaßnahmen, ohne die tatsächlichen Dynamiken zu erfassen. Mein Fokus liegt stattdessen darauf, belastbare Strukturen und Prozesse zu schaffen, die im Alltag funktionieren. Die Dreipunkt-Resilienzmessung, Follow-up-Coachings und regelmäßige Verlaufsmessungen ermöglichen eine präzise Evaluation statt Strohfeuer-Effekten. Es ist zentral, Führungskräften Handlungskompetenz im Umgang mit Mental Load und psychosozialen Belastungen zu vermitteln – etwa durch Trainings, Workshops und messbare Präventionsprogramme. Entscheidend ist, dass sowohl die individuelle Arbeitsfähigkeit als auch die kollektive Teamresilienz im Fokus stehen.
Wirtschaftsmacher.com: Sie sprechen sowohl Betroffene mit chronischen Belastungen als auch Unternehmen an – wie verbinden Sie diese beiden Perspektiven zu einer wirksamen Prävention?
Tasha Rödig: Diese Verbindung ist für mich essenziell. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie gravierend sich Krankheit oder eine Krise auf die berufliche Identität und Leistungsfähigkeit auswirken können. Daher verknüpft mein Angebot individuelle Begleitung von Betroffenen, etwa durch vertrauliche 1:1-Settings, mit der strukturellen Entwicklung von Organisationen. Ziel ist eine inklusive, resiliente Arbeitsumgebung jenseits von Stigmatisierung. Nur wenn sich sowohl Führungskräfte als auch Betroffene gesehen und unterstützt fühlen, kann Prävention gelingen. In meinen Programmen wird Wert darauf gelegt, dass Prävention und nachhaltige Gesundheitsförderung kein Luxus, sondern Teil der HR-Strategie sind.
Wirtschaftsmacher.com: Welche aktuellen Trends beobachten Sie im Belastungsmanagement und der Resilienzförderung – und welche Rolle spielen Evaluation und Transparenz?
Tasha Rödig: Die Trends gehen klar in Richtung Messbarkeit, Transparenz und nachhaltige Integration von Resilienz in die Organisationsentwicklung. Unternehmen legen inzwischen mehr Wert auf überprüfbare Wirkung und auf die Frage, wie Maßnahmen tatsächlich im Alltag greifen. Psychologische Sicherheit wird zu einem zentralen Bestandteil moderner Führungskultur, und Prävention ist stärker im strategischen Denken von HR und Management verankert. Evaluation und Reflexion sind für mich keine Kür, sondern Voraussetzung für Wirksamkeit – nur so können sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen an Stabilität und Arbeitsfähigkeit gewinnen. Über strukturierte begleitende Verfahren lässt sich Belastungsmanagement auf fundierte Beine stellen.
Wirtschaftsmacher.com: Abschließend – was würden Sie Entscheider:innen raten, die Mental Load im Unternehmen nicht nur kurzfristig, sondern strategisch und wirkungsvoll begegnen möchten?
Tasha Rödig: Mein Rat lautet: Gehen Sie das Thema grundsätzlich und mit Klarheit an. Schaffen Sie Raum für ehrliche Analyse und akzeptieren Sie, dass nachhaltige Veränderung Zeit, Aufmerksamkeit und professionelle Begleitung braucht. Essenziell sind strukturierte Präventionsprogramme, eine klare HR-Strategie und das Bekenntnis zur psychologischen Sicherheit im Unternehmen. Gleichzeitig darf die individuelle Perspektive Betroffener nicht fehlen – inklusive Ansätze bereichern alle Seiten: Organisationen profitieren von Produktivität, Mitarbeitende von Gesundheit und Identität. Wichtig ist, keine Pauschallösungen zu verfolgen, sondern auf maßgeschneiderte Entwicklungen zu setzen.
Wer professionelle Begleitung im Bereich Mental Load, organisationsbezogener Resilienz und nachhaltigem Belastungsmanagement sucht, findet kompetente Impulse und Details auf www.tasharoedig.com.
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