Handgefertigter sowie nachhaltiger Modeschmuck und kreative Unikate erleben im Zuge von Slow Fashion und bewussterem Konsum eine neue Wertschätzung. Laut Statista steigt das Interesse an nachhaltigen Produkten im europäischen Einzelhandel kontinuierlich; insbesondere personalisierte und handgefertigte Produkte verzeichnen wachsende Nachfrage. In diesem Umfeld positioniert sich Roswitha Bogner mit ihrem Label Rosenglanz – als kreative Manufaktur für individuellen Schmuck und Upcycling-Design. Wirtschaftsmacher.com hat mit der Gründerin über ihr Geschäftsmodell und die Zukunft handgefertigter Unikate gesprochen.
Wirtschaftsmacher.com: Frau Bogner, wie begann Ihre unternehmerische Reise im Bereich handgefertigten Schmucks und kreativer Unikate?
Roswitha Bogner: Meine kreative Reise begann vor über zehn Jahren, zunächst neben meinem Bürojob. Ich wollte handgefertigten Schmuck gestalten, der Persönlichkeit zeigt und sich bewusst von industrieller Massenware abhebt. Über Seidenmalerei und Malerei fand ich schließlich zum Modeschmuck, der bis heute mein Schwerpunkt ist. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein klarer Anspruch: individueller Schmuck, der in sorgfältiger Handarbeit entsteht und bewusst auf Qualität statt Quantität setzt.
Wirtschaftsmacher.com: Sie haben Anfang 2025 gegründet. Was war Ihre strategische Motivation hinter Rosenglanz als Marke für nachhaltigen Schmuck?
Roswitha Bogner: Die Gründung war ein logischer Schritt. Ich wollte kreativen Schmuck nicht nur als Hobby betreiben, sondern als eigenständiges Geschäftsmodell aufbauen. Dabei geht es mir um nachhaltigen Modeschmuck und echte Unikate – Stücke, die mit Zeit, Sorgfalt und einem klaren Stil gefertigt werden. In einer Phase, in der Konsumentinnen und Konsumenten bewusster einkaufen, sehe ich großes Potenzial für handgefertigte Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft.
Wirtschaftsmacher.com: Der Markt für handgefertigten Schmuck wächst. Wo sehen Sie Ihre Positionierung innerhalb dieses Trends zu Slow Fashion und Individualisierung?
Roswitha Bogner: Individualisierung ist für mich kein Trend, sondern Haltung. Während Fast Fashion auf schnelle Zyklen setzt, steht mein Ansatz für Beständigkeit. Jedes Schmuckstück ist ein Unikat – oft entstehen kleine Serien, aber nie identische Massenprodukte. Ergänzend dazu arbeite ich im Bereich Möbel-Upcycling, weil Nachhaltigkeit für mich ganzheitlich gedacht werden muss. Wer sich für handgefertigten Schmuck entscheidet, entscheidet sich meist auch bewusst gegen Wegwerfprodukte.
Wirtschaftsmacher.com: Wie organisieren Sie Ihr Unternehmen zwischen kreativer Freiheit und unternehmerischer Struktur?
Roswitha Bogner: Da ich mein Atelier aktuell noch nebenberuflich führe, ist Zeitmanagement essenziell. Kreative Prozesse brauchen Raum, gleichzeitig erfordert ein wachsendes Label klare Planung – von Materialeinkauf über Preisgestaltung bis zur Kundenkommunikation. Gerade im Bereich individueller Schmuckanfertigungen ist der direkte Austausch mit Kundinnen und Kunden entscheidend. Diese Nähe ist für mich ein strategischer Vorteil gegenüber anonymen Plattformen.
Wirtschaftsmacher.com: Welche Rolle spielen Workshops und Community-Konzepte in Ihrer Zukunftsstrategie?
Roswitha Bogner: Eine sehr große. Ich plane Schmuck-Workshops anzubieten, in denen Erwachsene und Kinder ihren eigenen handgefertigten Schmuck gestalten können. Das schafft nicht nur ein Produkt, sondern ein Erlebnis. Langfristig möchte ich einen Ort etablieren, der Verkauf, kreative Workshops und Ausstellungsfläche für andere Kunstschaffende verbindet. Ein Raum, der Handwerkskunst sichtbar macht und Menschen miteinander vernetzt.
Wirtschaftsmacher.com: Was unterscheidet Ihr Geschäftsmodell im Bereich nachhaltiger Modeschmuck von klassischen Online-Marktplätzen?
Roswitha Bogner: Ich setze bewusst auf persönliche Beziehung anstatt auf anonyme Skalierung. Plattformen ermöglichen Reichweite, aber sie ersetzen nicht das direkte Gespräch. Viele Kundinnen suchen nicht einfach Modeschmuck. Sie suchen ein besonderes Geschenk oder ein Schmuckstück mit Bedeutung. Diese Individualität entsteht im Dialog. Genau darin sehe ich die Zukunft kleiner kreativer Manufakturen.
Wirtschaftsmacher.com: Welchen Rat geben Sie Gründerinnen und Gründern im kreativen Bereich?
Roswitha Bogner: Nicht vergleichen, sondern positionieren. Wer handgefertigten Schmuck oder kreative Produkte anbietet, sollte seine eigene Handschrift entwickeln. Wachstum darf organisch erfolgen. Es ist wichtiger, ein stabiles Fundament aufzubauen, als schnell zu expandieren. Authentizität und Durchhaltevermögen zahlen sich langfristig aus, gerade in einem Markt, der sich zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit und Individualisierung entwickelt.
Mehr Informationen zum Atelier und zu aktuellen Projekten finden Interessierte unter www.rosenglanz.com.
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