Handschlagqualität, Tempo auf der Baustelle und das richtige Paneel fürs richtige Bauprojekt: Michael Gerster, Geschäftsführer der Paneelpartner GmbH, erklärt den universellen Einsatz von Sandwichpaneelen, spricht über Herausforderungen der Baubranche und den Weg in die Selbstständigkeit. Außerdem geht’s um Expansion, neue Geschäftsfelder wie Profilpartner und „Monteure auf Zeit“ sowie Trends bei Dämmung und Brandschutz im Metallleichtbau.
Wirtschaftsmacher.com: Hallo, wir sprechen mit Michael Gerster, Geschäftsführer der Paneelpartner GmbH aus Seiersberg, einem wahren Experten, wenn es darum geht, unterschiedliche Dach-, Wand-und Fassadensysteme zu verbauen. Schön, dass ihr heute bei uns seid.
Michael Gerster: Vielen Dank für die Einladung.
Wirtschaftsmacher.com: Herr Gerster, Ihre Paneele kommen ja in den verschiedensten Formen auch im Industrie-und Gewerbebau zum Einsatz. Welche verschiedenen Einsatzmöglichkeiten gibt es da und wie unterscheiden sich auch Ihre Paneele von anderen am Markt?
Michael Gerster: Also, Sandwichpaneele sind grundsätzlich ein Bauelement, das man überall einsetzen kann. Man macht Fassadenverkleidungen, Dachverkleidungen für große Logistikgebäude oder für Kühlräume zum Beispiel. Der große Vorteil von diesen Produkten ist ein exzellenter Isolierwert. Aber man kann alles machen, bis zur kleinen Gartenhütte. Also, es ist ein sehr universell einsetzbares Produkt, und ich beschäftige mich schon sehr lange damit. Grundsätzlich sind diese Produkte auf der ganzen Welt erhältlich, und es gibt in ganz Europa sehr, sehr viele Produzenten. Einzelne technische Merkmale der diversen Produzenten kann man natürlich herausstreichen, ist aber überhaupt nicht unser Fokus. Unser Fokus ist vielmehr, dass wir für die Kunden, die uns beauftragen, die richtigen Produkte für ihr Bauprojekt finden. Egal, ob das jetzt ein Hersteller ist in Osteuropa, in Deutschland oder in Südeuropa, überall gibt es hervorragende Produzenten, die verschiedenste Produktmerkmale aufweisen. Aber die große Schwierigkeit unserer Kunden ist, den richtigen Hersteller herauszufinden. Und das ist unsere Aufgabe und das machen wir.
Wirtschaftsmacher.com: Sie sind schon seit Jahrzehnten in der Branche. Mit welchen Herausforderungen haben besonders Ihre Kunden den Mehrwert bei Ihnen als Partner im Vergleich jetzt auch mit einer direkten Kooperation mit einem Hersteller?
Michael Gerster: Ich bin schon insgesamt fast 30 Jahre in der Branche, und es gibt immer zyklusabhängig immer große Herausforderungen in Bezug auf Rohstoffversorgung zum Beispiel. Der große Vorteil bei uns ist eben, dass wir uns nicht verbiegen müssen. Wenn ich einen Hersteller vertrete, dann habe ich ein gewisses Produktportfolio, das muss ich an den Mann bringen, und da passiert es nicht selten, dass man das eben verbiegen muss, um eben in diesem Projekt eingesetzt werden zu können. Das haben wir nicht notwendig, sondern wir haben den großen Vorteil, das richtige Produkt für das richtige Bauprojekt zu finden.
Wirtschaftsmacher.com: War das auch so ein bisschen mitunter die Motivation zur Gründung der Firma Paneelpartner GmbH?
Michael Gerster: Unter anderem, beziehungsweise das hat sich dann eigentlich erst im Laufe der Zeit ergeben. Der Hauptfokus oder das Hauptthema, warum wir uns selbstständig gemacht haben, und ein großer Teil meines Teams ist mit mir von unserem ehemaligen Arbeitgeber mitgegangen. Das große Thema war Handschlagqualität. Ich war in dem ehemaligen Unternehmen zuständig für Vertrieb und Marketing und zum Schluss auch für die Geschäftsführung. Wir haben dort das Thema Handschlagqualität, so wie auch jetzt bei meiner Firma, ganz, ganz hoch gehalten. Und in den letzten, ich sage erst einmal ein, zwei Jahren, wurde das nicht mehr gelebt. Damit konnten wir uns überhaupt nicht identifizieren, beziehungsweise wir konnten unseren Kunden nicht mehr unter die Augen treten unter diesen Voraussetzungen. Dann haben wir gesagt, das müssen wir ändern, haben unser eigenes Unternehmen gegründet, wo wir selbst entscheiden können, was wichtig ist. Dieses Handschlagqualitätsthema ist uns ganz einfach sehr, sehr wichtig. Auf der Baustelle geht es oft sehr, sehr schnell. Da gibt es Anrufe und da gibt es nicht alles schriftlich und so weiter. Es ist ganz wichtig, dass man aufgrund eines Telefonates beziehungsweise aufgrund des gesprochenen Wortes auch das hält, was man verspricht.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, für dich steht auch der Paneelpartner GmbH in der Hinsicht?
Michael Gerster: Wir haben uns dann bei der Namensgebung auch überlegt, welchen Namen nehmen wir, und deshalb haben wir uns auch für Partnerschaft entschieden. Partner ist eben eines unserer wichtigsten Themen, eben diese Handschlagqualität, und wir wollen der Erste in den Köpfen unserer Kunden sein. Wir wollen ihnen ihre Probleme abnehmen und sie so lösen, dass sie nicht nur zufrieden, sondern begeistert sind.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, wie lange gibt es jetzt schon genau die Firma Paneelpartner GmbH?
Michael Gerster: Unsere Unternehmen gibt es im Moment ziemlich genau drei Jahre. Wir haben uns, wie gesagt, selbstständig gemacht mit fünf bis sechs Mitarbeitern. Mittlerweile sind wir 15, sind ein reines Handelsunternehmen und ja. Wir sind in erster Linie in Österreich unterwegs, haben in der Schweiz heuer Anfang des Jahres gegründet und machen ein bisschen was im naheliegenden Ausland.
Wirtschaftsmacher.com: Wo sehen Sie selber auch das Unternehmen in den nächsten Jahren?
Michael Gerster: Das Unternehmen wird sich mit Sicherheit weiterentwickeln. Wir sind gerade dabei, eine strategische Partnerschaft mit einem Hersteller aus Südeuropa einzugehen. Es wird ein neues Produktionswerk für Sandwichpaneele unter unserer Mitwirkung gerade errichtet in Bosnien errichtet. Wir werden dann der Vertriebspartner für diese Produktionsfirma werden. Wir werden unsere Produkte dann in Süddeutschland genauso verkaufen wie in ehemaligem Osteuropa. Also, ich sage jetzt einmal: Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien. Wir werden weiter expandieren, und nachdem wir gute Arbeit leisten, sind unsere Kunden sehr zufrieden mit uns. Da gibt es nur eine Richtung, und die ist vorwärts.
Wirtschaftsmacher.com: Und in der Schweiz haben Sie eine neue Niederlassung gegründet?
Michael Gerster: Die Paneelpartner Schweiz haben wir gegründet, auch mit einem ehemaligen Kollegen von mir. Der hat sich dann nach einer kurzen Zeit bei einem anderen Unternehmen dazu entschieden, dass er das mit mir gemeinsam machen möchte. Wir haben die ersten Projekte auch schon bekommen. Die Startphase ist gut verlaufen. Und zusätzlich zu diesem Thema in der Schweiz haben wir auch die Firma Profilpartner von Anfang an gegründet. Und hier beschäftigen wir uns mit demselben Thema. Statt Paneelen, Trapezprofilen. Das ist ein unisoliertes Element, aber aus dem Metallleichtbau. Und auch beim selben Kunden. Das heißt, alle unsere Tätigkeiten passieren beim selben Kunden. Sonst wäre es wahrscheinlich in der Dimension auch nicht möglich. Und wenn ich vom selben Kunden spreche, dann haben wir noch ein Thema, was wir hier mitverkaufen. Seit circa einem halben Jahr, seit März, haben wir die Firma Monteure auf Zeit. Wir beschäftigen uns da mit Personaldienstleistungen. Das heißt, unsere Kunden, oder anders gesagt, eines der größten Themen bei unseren Kunden, abseits von den Produkten, ist das Personal. Wir haben auch dafür die Lösung. Und zwar, wir überlassen unseren Kunden Monteure. Das sind speziell geschulte Montagepersonen, die sich nur mit Paneel-und Trapezblechmontagen beschäftigen. Wir haben einen Partner aus Deutschland. Wir haben eine 50-50-Partnerschaft. Und wir kümmern uns um den Vertrieb eben bei demselben Kunden, wo wir unsere Produkte verkaufen.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt aber auch, dass diese Monteure wahrscheinlich auch speziell geschult sind auf ihre Produkte.
Michael Gerster: Die sind absolut speziell geschult. Ein großes Problem in der Personaldienstleistungsbranche ist das Know-how. Es gibt viele, die glauben, dass sie es können, aber nicht wirklich dafür geeignet sind. Wir haben ausschließlich Personal nur für diese Branchen, und die sind auch speziell dafür geschult. Und deshalb ist es auch da sehr, sehr gut angelaufen.
Wirtschaftsmacher.com: Es ist auch wirklich sehr schön zu hören, dass man wirklich auch in der Zeit, wo wir uns gerade befinden, wo die Baubranche wirklich mit sehr vielen Problemen zu kämpfen hat, über Expansion spricht. Die Baubranche, von Lieferketten bis Qualitätssicherung, regulatorische Auflagen, die immer mehr und mehr werden. Wie gehen Sie damit in den Herausforderungen um?
Michael Gerster: Die Herausforderungen sind groß. Das ist unbestritten. Und das ist auch nicht so, dass bei uns alles eitel Sonnenschein ist. Das heißt, wir haben jeden Tag mit Problemen zu kämpfen. Aber unser Ansinnen ist es eben, diese Probleme zum Wohle unserer Kunden zu lösen. Und das machen wir jeden Tag. Und wir sind nicht überrascht, wenn ein Problem auftritt, sondern das Problem ist hier und es wird gelöst. Und die Baubranche ist in einer schwierigen konjunkturellen Phase. Aber wir haben gestartet, genau in dieser Phase. Jeder, der neu gründet, weiß, dass es eben einfacher geht, wenn man in der Hochkonjunktur gründet. Aber das war kein Thema, das uns daran hindert. Wir haben intensive Partnerschaften mit unseren Produzenten. Wir haben sehr, sehr regelmäßig Kontakt über alle Probleme, die auftreten und unsere Kunden Sorgen machen. Und deshalb wissen wir meist schon zum Zeitpunkt der Anfrage, der Kundenanfrage über etwaige Themen, wie man diese lösen kann.
Wirtschaftsmacher.com: Und die Lösung ist im Endeffekt am Ende des Tages Ihr Produkt, oder?
Michael Gerster: Es ist unser Produkt, natürlich, und das ganze Service rundherum. Also das ist, von dem wir leben. Wenn ein Kunde sein Projekt vertrauensvoll in unsere Hände legt, braucht er sich um nichts mehr kümmern. Wenn er das ein, zweimal gemacht hat, dann weiß er darüber Bescheid. Unser Team ist ebenfalls schon sehr, sehr erfahren und die wissen ganz genau, was sie tun. Und das wissen unsere Kunden zu schätzen.
Wirtschaftsmacher.com: Gibt es auch ein Projekt, das man hier vielleicht jetzt auch als Referenz nennen möchte, auf das man auch wirklich stolz ist, mitgewirkt zu haben?
Michael Gerster: Wir sind sehr stolz, dass wir das Vertrauen bekommen haben von internationalen Großkonzernen. Das sind sehr, sehr viele gewesen, egal ob das große Supermarktketten sind. Wir haben für Spar und für Lidl geliefert. Wir haben ein Projekt oder zwei Projekte gemacht für die Firma VGB. Das ist ein großer Logistik-Immobilienentwickler. Im Süden von Wien, in Laxenburg, haben wir ein riesiges Projekt auf zwei riesigen Gebäuden aufgeteilt errichten dürfen. Das zweite Projekt ist in Ehrenfeld vom selben Kunden. Mit denen durften wir jetzt einen Rahmenvertrag unterschreiben. Das heißt, wir sind Rahmenvertragspartner von dieser Firma VGB in ganz Europa.
Wirtschaftsmacher.com: Gratuliere auch dazu.
Michael Gerster: Dankeschön, danke.
Wirtschaftsmacher.com: Das heißt, wir haben vorhin auch kurz allgemein über die Probleme und Herausforderungen in der Branche gesprochen. Welche Trends sind Sie da grundsätzlich in der Zukunft? Wird es wieder eine Besserung geben?
Michael Gerster: Ja, ich denke schon, dass es wieder mit der Konjunktur bergauf geht. Das sollte schon in den nächsten ein bis zwei Jahren, sofern die Politik ihre Haushaltsabgaben macht. Und da haben wir in Österreich sehr, sehr viele davon, wird es auch wieder bergauf gehen. Aber abgesehen von der Konjunktur gibt es in unserer Branche zahlreiche Forschungen, zahlreiche Weiterentwicklungen. Wir beschäftigen uns mit den Sandwichpaneelen mit isolierten Elementen. Da gibt es zwei Arten: einerseits die Schaumpaneele und andererseits die Mineralwollepaneele. Jedes hat spezielle Merkmale. Mineralwolle hat einen besseren Brandschutz, und das Schaumbanel hat einen besseren Isolierwert. Und jetzt forscht man daran, dass das Schaumbanel mit dem guten Isolierwert auch noch einen besseren Brandschutz erhält. Und da ist man schon sehr, sehr weit. Die Produkte gibt es bereits zu kaufen. Momentan noch eher teuer aufgrund der geringeren Nachfrage, aber das ist ein Thema, mit dem wir uns sehr, sehr intensiv auch beschäftigen, beziehungsweise auch unser strategischer Partner dann in Südeuropa.
Wirtschaftsmacher.com: Wie halten Sie sich auch immer wirklich am aktuellen Stand der Technik, auch um genau über solche Erneuerungen am Markt als Erster vielleicht Bescheid zu wissen?
Michael Gerster: Ich bin schon seit 30 Jahren in der Branche. Ich kenne unglaublich viel. Mein Netzwerk ist sehr, sehr groß. Wie gesagt, von den Produzenten als auch von den diversen Vereinen und Verbänden, die es gibt, kriegt man immer wichtige Informationen. Und das Allerwichtigste sind die Kundenkontakte. Ich bin aus dem Vertrieb und bin auch sehr, sehr viel nach wie vor im Kundenkontakt. Und da erfährt man, was am Puls der Zeit vom Kunden benötigt wird, auch vom Architekten. Wir sind auch viel mit Architekten beschäftigt und da entwickeln wir uns weiter.
Wirtschaftsmacher.com: Sehr schön. Und für all jene, die jetzt auch vielleicht mehr zu dem Thema und zu ihren Produkten auch erfahren wollen: Wie tritt man am besten mit ihnen in Kontakt?
Michael Gerster: Ganz einfach: www.paneelpartner.at, meine Telefonnummer wählen oder einen Kollegen aus meinem Team. Und wir stehen gerne für jede Anfrage zur Verfügung.
Wirtschaftsmacher.com: Auf jeden Fall danke für die spannenden Einblicke und auch für das Interview.
Michael Gerster: Ja, sehr, sehr gerne. Jederzeit wieder.
Paneelpartner GmbH Ing. Michael Gerster Premstätter Straße 41 8054 Seiersberg-Pirka Österreich +43 664 510 31 78 gerster@paneelpartner.at www.paneelpartner.at