Wer sich selbst kaum noch spürt, verliert oft auch den Zugang zu innerer Ruhe. Martina Elisabeth Ronacher kennt diesen Weg aus eigener Erfahrung. Im Gespräch mit WirtschaftsmacherTV erzählt sie, warum Berührung, Körperarbeit und Selbstfürsorge für sie zu einem Wendepunkt wurden – und weshalb Kuscheltherapie weit mehr ist als das, was viele zunächst vermuten.
Als das Leben nach Veränderung verlangte
Nach außen schien alles zu passen: Martina Elisabeth Ronacher arbeitete 17 Jahre lang in einem Babyfachgeschäft, zuletzt als Filialleiterin. Doch innerlich fühlte sich ihr Leben längst nicht mehr stimmig an. Körperliche Beschwerden, dauerhafte Anspannung und die Gefahr, in eine Depression zu geraten, machten ihr deutlich, dass sich etwas ändern musste. Im Interview beschreibt sie diesen Wendepunkt sehr offen:
„Mir ging es körperlich einfach nicht mehr gut. Es war klar: Irgendetwas muss sich ändern.“
Die Entscheidung, den sicheren Arbeitsplatz aufzugeben, fiel ihr nicht leicht. Rückblickend bezeichnet sie diesen Schritt jedoch als notwendig, um wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen. Heute begleitet sie Menschen in ihrer Praxis Seelenversum auf genau diesem Weg – als Reisebegleiterin, wie sie es selbst nennt.
Den Körper wieder wahrnehmen
Ein zentraler Gedanke zieht sich durch das gesamte Gespräch: Veränderungen beginnen nicht nur im Kopf. Für Martina Elisabeth Ronacher spielt der Körper dabei eine entscheidende Rolle.
„Wenn ich alles weitermache, wie ich es bis jetzt gemacht habe, dann wird alles so weiterlaufen wie bisher.“
Erst durch Körperarbeit, Bewegung und bewusste Berührung habe sie gelernt, alte Muster zu verändern und mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Im Interview erzählt sie auch, wie sehr sich dadurch nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern ebenso ihre Partnerschaft und ihr gesamtes Umfeld verändert hätten. Veränderung beginne immer bei einem selbst – und wirke oft weit über die eigene Person hinaus.
Kuscheltherapie als geschützter Raum
Einer der spannendsten Teile des Gesprächs widmet sich der Frage, was Kuscheltherapie eigentlich ist. Ronacher räumt dabei mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf. Dazu erklärt sie im Interview: „Es hat mit Sexualität gar nichts zu tun.“ Vielmehr gehe es um einen geschützten Raum, in dem Menschen lernen dürfen, eigene Grenzen wahrzunehmen, Bedürfnisse zu formulieren und Berührung bewusst zu erleben. Vor jeder Sitzung werden Regeln vereinbart, Intimzonen sind tabu und jede Berührung geschieht ausschließlich mit Zustimmung. Manchmal, erzählt sie, finde beim ersten Termin sogar überhaupt keine Berührung statt. Entscheidend sei nicht die Methode, sondern das Tempo der jeweiligen Person. Besonders wichtig sei dabei ein Gedanke, den sie immer wieder betont: „Man braucht nichts leisten und nichts zurückgeben.“
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Im Laufe ihrer Arbeit erlebt Martina Elisabeth Ronacher immer wieder berührende Momente. Oft seien es nicht spektakuläre Veränderungen, sondern kleine persönliche Erfolge, die für ihre Klientinnen und Klienten einen enormen Unterschied machten. Sie schildert beispielsweise Situationen, in denen Menschen nach belastenden Erfahrungen zum ersten Mal wieder eine Hand halten oder eine Umarmung zulassen können. Solche Augenblicke zeigen für sie, wie eng körperliches Empfinden und emotionale Entwicklung miteinander verbunden sind. Besonders wichtig ist ihr dabei die Selbstverantwortung.
„Genau darum geht es, dass man in die Selbstermächtigung kommt, in die Eigenverantwortung, dass ich einfach schaue, was tut mir gut und was tut mir nicht gut.“
Mehr Bewusstsein für Berührung
Zum Abschluss richtet Martina Elisabeth Ronacher den Blick auf die Zukunft. Sie wünscht sich, dass Körperarbeit und bewusste Berührung gesellschaftlich stärker anerkannt werden und Prävention einen höheren Stellenwert erhält. Ihre Botschaft richtet sich dabei besonders an Menschen, die sich zwar nach Ruhe und Entspannung sehnen, aber den ersten Schritt noch nicht wagen. Mut beginne oft mit dem Ausprobieren – ohne Druck und ohne Erwartungen. Wer das gesamte Gespräch sehen möchte, erfährt im ausführlichen Interview mit Daniel Danler noch mehr über ihren persönlichen Weg, ihre Erfahrungen mit Körperarbeit und ihre Vision einer achtsameren Gesellschaft.
Das vollständige Interview finden Sie unter:
Seelenversum.com Martina Elisabeth Ronacher Grottenhofstrasse 98/1 8052 Graz +43 670 77 24 096 seelenversum@gmail.com www.seelenversum.com