Denise Herko zählt seit Jahren zu den innovativen Köpfen der österreichischen Pflegeszene. Im Interview mit Wirtschaftsmacher.com beschreibt sie aktuelle Entwicklungen, die Bedeutung digitaler Beratung bei Pflegegeldanträgen und den wachsenden Stellenwert von Fortbildungen für Pflegekräfte. Besonders in Zeiten steigender Herausforderungen – nicht zuletzt rund um die Feiertage, wenn Unterstützungsbedarf sichtbar wird – setzt Herko mit ihrem Unternehmen Selbstbestimmt auf niederschwellige und praxisnahe Lösungen.
Wirtschaftsmacher.com: Frau Herko, welche Trends prägen die Pflegegeldbegleitung derzeit am stärksten?
Denise Herko: Immer mehr Menschen sind auf Hilfe bei Pflegegeld-Anträgen angewiesen, und die Komplexität des Systems nimmt zu. Gerade deshalb gewinnt die digitale Beratung an Bedeutung. Über die Plattform Selbstbestimmt nutzen wir Videoberatungen und Online-Workshops, um Betroffene in ganz Österreich zu erreichen. Die Nachfrage nach unkomplizierter Unterstützung ist enorm, insbesondere weil viele Abläufe und Fristen schwer durchschaubar sind. Auch die Pflegegeld-Community wächst stetig. Dort finden Ratsuchende Antworten auf Fragen zu Ablehnungen, Abstufungen und Nachuntersuchungen.
Wirtschaftsmacher.com: Mit welchen Herausforderungen sehen sich Pflegebedürftige und Angehörige im Alltag konfrontiert?
Denise Herko: Häufig hapert es an der Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen – warum wird eine Erhöhung abgelehnt, was fehlt beim Antrag? Viele scheitern daran, den tatsächlichen Pflegeaufwand richtig darzustellen oder wichtige Unterlagen wie Pflegetagebuch und ärztliche Befunde vollständig beizubringen. Nicht zu unterschätzen ist die Bürokratie, gerade rund um Feiertage wird die Bedeutung von schnellen, kompetenten Antworten besonders spürbar. Da braucht es eine Anlaufstelle, die verständlich erklärt, was für die Pflegestufen 1 bis 7 zu erfüllen ist. Ablehnungen und Abstufungen kann man nur sicher bewerten, wenn die Betroffenen und Pflegekräfte wissen, worauf es ankommt – deshalb setzen wir stark auf Aufklärung und Community.
Wirtschaftsmacher.com: Die Pflegegeld-Community und Ihre Fortbildungsangebote werden oft gelobt. Welche Wirkung erzielen sie konkret?
Denise Herko: Mit der Pflegegeld-Community Österreich können Betroffene, pflegende Angehörige und Pflegekräfte dauerhaft voneinander lernen. Über WhatsApp und Facebook tauschen sich mittlerweile Teilnehmer aus fast allen Bundesländern aus. Die positiven Rückmeldungen zeigen, wie wichtig der Erfahrungsaustausch ist – gerade bei Unsicherheiten, z. B. nach einer Nachuntersuchung beim Pflegegeld oder wenn man nicht versteht, weshalb die zugesprochene Stufe nicht erhöht wurde. Unsere Fortbildungen – ob 1:1 für DGKP oder in Gruppen – vermitteln, wie Pflegegeld berechnet wird und worauf es unter Alltagsbelastung ankommt. Dadurch konnten viele Teilnehmer anschließend anderen gezielt helfen und Missverständnisse im Antragsprozess vermeiden.
Wirtschaftsmacher.com: Digitalisierung verändert die Branche. Wie sehen Sie die Entwicklung der Online-Beratung im Pflegegeldbereich?
Denise Herko: Der Schlüssel liegt in der Erreichbarkeit: Digitale Angebote machen es möglich, auch Betroffene in ländlichen Regionen oder mit eingeschränkter Mobilität effizient zu unterstützen. In den letzten Jahren ist das Interesse an Online-Fortbildungen massiv gestiegen. Die Möglichkeit, sich flexibel zeitlich und örtlich weiterzubilden und direkt mit einer Expertin oder Community zu sprechen, bietet große Vorteile. Gerade rund um die Feiertage suchen viele gezielt nach schnellen Antworten zu Hilfe bei Pflegegeld-Antrag oder zu speziellen Fällen wie Pflegegeld-Ablehnung oder einer bevorstehenden Nachuntersuchung. Insgesamt wird die Verbindung aus moderner Technik, persönlicher Beratung und einem starken Netzwerk immer entscheidender für eine hohe Versorgungsqualität.
Wirtschaftsmacher.com: Welche Ziele verfolgen Sie mit „Selbstbestimmt“ und was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflegegeld-Begleitung in Österreich?
Denise Herko: Mein Ziel ist es, dass niemand mehr Angst vor dem Pflegegeldsystem haben muss – weder Betroffene noch Pflegekräfte. Mit Selbstbestimmt soll die Pflegegeld-Community weiter wachsen und alle Regionen erreichen. Mit verständlicher Information wollen wir dazu beitragen, dass jede und jeder weiß, wie Pflegegeld berechnet wird, welche Rechte bestehen und wie man auch bei Ablehnungen oder Abstufungen gezielt vorgehen kann. Wer im Bereich Pflege oder Beratung tätig ist, sollte Angebote zur Fortbildung und Community konsequent nutzen – für mehr Sicherheit, bessere Vernetzung und nachhaltige Unterstützung, speziell zu jenen Zeiten, in denen Betreuung besonders gefordert ist.
Weitere Informationen, aktuelle Webinare und Termine zur Pflegegeldbegleitung sowie zur Pflegegeld-Community Österreich gibt es unter www.selbstbestimmt.cc.
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