Sarah Gilbert ist eine der bekanntesten Wissenschaftlerinnen unserer Zeit. Sie wurde zur Schlüsselfigur im Kampf gegen die Corona-Pandemie, als sie den AstraZeneca-Impfstoff mitentwickelte. Ihr Lebensweg und ihre Karriere sind so faszinierend wie ihre wissenschaftlichen Erfolge.
Der Beginn ihrer Karriere
Sarah Gilbert wurde 1962 in Kettering, England, geboren. Schon früh interessierte sie sich für Wissenschaft und die Geheimnisse des Lebens. Sie wuchs in einer Familie auf, die großen Wert auf Bildung legte. Ihr Vater arbeitete in der Schuhindustrie, ihre Mutter war Lehrerin. Obwohl ihre Eltern keine akademische Laufbahn eingeschlagen hatten, unterstützten sie Sarahs Neugier und Interesse an Biologie.
Nach der Schule studierte sie Biologie an der University of East Anglia in Norwich. Später spezialisierte sie sich auf Biotechnologie und promovierte an der University of Hull. Schon während ihres Studiums begann sie, sich für Impfstoffe zu interessieren – ein Bereich, der sie nie wieder loslassen sollte.
Der Weg zur Impfstoffforschung
Nach ihrer Promotion sammelte Sarah Gilbert erste Erfahrungen in der Pharmaindustrie. Doch die Forschung interessierte sie viel mehr als die Arbeit im Unternehmen. Deshalb wechselte sie in die akademische Welt. In den 1990er-Jahren begann sie ihre Arbeit an der Universität Oxford, einer der renommiertesten Universitäten der Welt. Dort sollte sie später den größten Teil ihrer Karriere verbringen.
An der Universität Oxford arbeitete Gilbert an der Entwicklung von Impfstoffen gegen schwerwiegende Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Grippe. Ihre Forschung konzentrierte sich vor allem darauf, Impfstoffe schneller und effektiver zu entwickeln.
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Der Durchbruch: Der AstraZeneca-Impfstoff
Als im Januar 2020 die ersten Meldungen über das neuartige Coronavirus bekannt wurden, wusste Sarah Gilbert sofort, dass dies eine globale Bedrohung werden könnte. Sie und ihr Team am Jenner Institute der Universität Oxford begannen sofort mit der Arbeit an einem Impfstoff. Ihr Ziel war es, einen sicheren und wirksamen Impfstoff so schnell wie möglich zu entwickeln.
Innerhalb weniger Wochen nutzte Gilbert eine Technologie, die sie bereits zuvor bei anderen Impfstoffen getestet hatte. Diese Methode basiert auf einem modifizierten Adenovirus, das das Immunsystem dazu anregt, eine Abwehr gegen das Coronavirus aufzubauen. Diese Technologie ermöglichte es, die Entwicklung erheblich zu beschleunigen.
Der Impfstoff, der später als AstraZeneca-Impfstoff bekannt wurde, ging in Rekordzeit in klinische Studien. Ende 2020 wurde er in Großbritannien und später weltweit zugelassen. Millionen Menschen konnten dank Sarah Gilbert und ihrem Team vor schwerer Krankheit oder Tod durch COVID-19 geschützt werden.
Eine bescheidene Heldin
Trotz ihres bahnbrechenden Erfolgs bleibt Sarah Gilbert bescheiden. Sie betont immer wieder, dass die Entwicklung des Impfstoffs eine Teamleistung war. In Interviews gibt sie offen zu, dass die Arbeit mitunter eine große Belastung war. „Wir hatten kaum Zeit, durchzuatmen. Aber wir wussten, dass die Welt auf uns zählt“, sagte sie in einem Gespräch.
Gilbert hat auch darauf bestanden, dass der Impfstoff bezahlbar bleibt. Der AstraZeneca-Impfstoff wurde zu einem Bruchteil der Kosten anderer Impfstoffe angeboten, um ihn auch in ärmeren Ländern zugänglich zu machen. Dieser Einsatz für globale Gerechtigkeit hat ihr viel Respekt eingebracht.
Sarah Gilberts Vermächtnis
Heute gilt Sarah Gilbert als eine der einflussreichsten Wissenschaftlerinnen der Welt. Ihre Arbeit hat Millionen Leben gerettet und gezeigt, wie wichtig Impfstoffe für die globale Gesundheit sind. Sie hat bewiesen, dass wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entschlossenheit selbst in Krisenzeiten Großes bewirken können.
Neben ihrer Forschung engagiert sich Gilbert dafür, die nächste Generation von Wissenschaftlern zu fördern. Sie setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in die Impfstoffforschung einsteigen und von Vorbildern wie ihr inspiriert werden.