Jay Clayton wird künftig eine zweite Schlüsselrolle in der US-Regierung übernehmen: Neben seinem Amt als Direktor der nationalen Nachrichtendienste leitet er die neu geschaffene Super Intelligence Force. Präsident Trump hat ihn gemeinsam mit drei weiteren Beamten an die Spitze der Behörde berufen.
Die vier Leiter der Super Intelligence Force berichten direkt an Trump und an Stabschefin Susie Wiles. Trump selbst beschreibt Super Intelligence als eine Technologie, die nach Einschätzung vieler bedeutender sei als die Industrielle Revolution oder das Internet.
- Er bleibt gleichzeitig Direktor der nationalen Nachrichtendienste, ein Amt auf Kabinettsebene.
- Das US-Geheimdienst-Budget liegt bei über 80 Milliarden US-Dollar.
- Sein Vorgänger in der KI-Rolle, David Sacks, arbeitete nur in Teilzeit für die Regierung.
Wie funktioniert die neue Super Intelligence Force?
Die Behörde bündelt die KI-Politik der US-Regierung in einer Führungsspitze aus vier Personen, zu denen Jay Clayton zählt. Clayton spricht sich gegen eine branchenweite Verlangsamung der KI-Entwicklung aus. Er begründet dies damit, dass eine Pause anderen Ländern wie China einen Vorsprung verschaffen würde.
Zur Regulierung vertritt Clayton die Ansicht, bestehende Produkthaftungsgesetze reichten aus, um die Risiken der Technologie zu adressieren. Trump selbst bezeichnete Warnungen vor den Gefahren von künstlicher Intelligenz als Unsinn und lehnte eine Regulierung ab. Im Weißen Haus traf er sich zudem mit den Chefs großer KI-Unternehmen und stellte eine freiwillige Sicherheitsvereinbarung ohne rechtlich bindende Verpflichtungen vor.
Welcher Werdegang bringt Jay Clayton in diese Rolle?
Clayton war bereits während Trumps erster Amtszeit Vorsitzender der Securities and Exchange Commission, der US-Börsenaufsicht. Im August wurde er zum Direktor der nationalen Nachrichtendienste ernannt. Seine engen Verbindungen zur Wall Street gelten als weiterer Grund für seine Berufung.
Für die KI-Rolle war auch Finanzminister Scott Bessent im Gespräch. Trump entschied sich gegen ihn, da Bessent nach seiner Einschätzung einen großartigen Job im Finanzministerium leiste.
Was sagen Zahlen und Fachleute zur Doppelrolle?
Hinter der Personalentscheidung steht auch eine wirtschaftliche Sorge: Warnungen aus der Finanzindustrie, insbesondere von JPMorgan-Chase-Chef Jamie Dimon, hatten das Weiße Haus im Frühjahr veranlasst, die Bedrohung durch autonome Cyberwaffen für die Wirtschaft ernster zu nehmen. Mit einem Geheimdienst-Budget von über 80 Milliarden US-Dollar verfügt Clayton über erhebliche Mittel, um KI-Fragen mit Sicherheitsfragen zu verknüpfen.
Nationale Sicherheits-Hardliner dürften die Doppelrolle begrüßen, da sie Militär und Geheimdiensten eine starke Stimme in der KI-Politik verschafft.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.